Politik : Neue Bücher von Tagesspiegel-Redakteuren

Robert von Rimscha: Die Kennedys. Glanz,Tragik

Seit hundert Jahren stehen die Kennedys im Rampenlicht. Mit Glanz und Tragik, mit Politik und "Camelot", durch Stil, Mode und Affären sind sie zur Königsfamilie Amerikas geworden. Stets haben sie die Öffentlichkeit benutzt - manchmal sind sie auch ihr Opfer geworden. Früh verwaiste irisch-katholische Einwanderer haben Macht und Reichtum angehäuft und es immer wieder verstanden, aus dem Underdog-Image Kapital zu schlagen: Als Volkstribunen stritten sie gegen das Establishment und für Reformen. Robert von Rimscha, bis 2000 Amerika-Korrespondent dieser Zeitung, beginnt sein Buch mit "Honey Fitz", der Bürgermeister von Boston wurde. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Verhältnis der Kennedys zu Deutschland. Joe Kennedy, der Schwiegersohn von Honey Fitz, diente während des Zweiten Weltkrieges als US-Botschafter in London. Er glaubte, man könne Hitler den Frieden abkaufen und argumentierte strikt gegen jede amerikanische Kriegsbeteiligung. John F. Kennedys Politik im Kalten Krieg war auch die Zurückweisung dieser isolationistischen Haltung seines Vaters. Die Morde an dem Präsidenten und seinem Bruder, Justizminister Robert Kennedy, haben den Mythos zementiert. Kennedy-Frauen von Rose bis Jackie litten stoisch. Doch heute ist es eine Frau, Kathleen Kennedy, die als Vizegouverneurin von Maryland die Familiensaga weiterspinnt. Der Autor porträtiert eine öffentliche Familie von Honey Fitz bis zum Tod seines Urenkels John Junior 1999. Kein anderer Klan hat sich so tief in Amerikas Unterbewusstsein gegraben - ein Mythos weit über die Grenzen der USA hinaus.

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