Politik : Neue Ermittlungen gegen Sarkozy Angebliche Spenden Gaddafis werden geprüft

Paris - In Frankreich gehen Untersuchungsrichter dem Vorwurf nach, dass ein Wahlkampf des französischen Ex-Staatschefs Nicolas Sarkozy illegal durch den früheren libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi finanziert worden sei. Die Staatsanwaltschaft in Paris eröffnete nach Angaben aus Justizkreisen eine richterliche Voruntersuchung gegen unbekannt unter anderem wegen „aktiver und passiver Korruption“, „Vorteilsnahme“, „Fälschung“, „Veruntreuung öffentlicher Gelder“ und „Geldwäsche“. Ein französisch-libanesischer Geschäftsmann hatte versichert, dass Gaddafi den Wahlkampf von Sarkozy im Jahr 2007 mit mehr als 50 Millionen Euro unterstützt habe. Noch als Präsident hatte Sarkozy den Verdacht „grotesk“ genannt.

Nach seiner Abwahl im vergangenen Jahr hat Sarkozy seine Immunität verloren. Bereits Ende März hatten Untersuchungsrichter in Bordeaux ein formelles Ermittlungsverfahren gegen Sarkozy in der Bettencourt-Affäre eingeleitet. Sie verdächtigen den Ex-Präsidenten, der heute 90-jährigen L’Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt für seinen Präsidentschaftswahlkampf 2007 illegale Spenden aus der Tasche gezogen zu haben. Zudem wird Sarkozy im Zusammenhang mit einer Umfragen-Affäre belastet. Seit Beginn des Jahres geht ein Ermittlungsrichter dem Vorwurf nach, dass Sarkozy zwischen 2007 und 2012 Umfragen ohne die nötigen Ausschreibungsverfahren in Auftrag gegeben habe. AFP/ame

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