Neue Ermittlungen : Starb Russe in England durch seltenes Gift?

Ein in England lebender russischer Geschäftsmann starb im November 2012 beim Joggen. Neue Untersuchungen zeigen nun, dass er Spuren einer seltenen Giftpflanze im Magen hatte. Er galt als Zeuge in Ermittlungen wegen Geldwäsche.

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Der Geschäftsmann aus Russland brach eines Tages in der Nähe seiner Villa im englischen Surrey beim Joggen zusammen. Die Polizei ging zunächst davon aus, dass es sich um einen natürlichen Tod handelte. Doch Alexander Perepilitschnij soll zuvor Morddrohungen erhalten haben. Er hatte dabei geholfen, das Geld aus einem großen russischen Steuerbetrug aufzuspüren. Zweieinhalb Jahre nach seinem Tod kamen im Rahmen einer gerichtlichen Untersuchung nun neue Einzelheiten ans Licht: Im Magen des Toten wurden Spuren einer seltenen Giftpflanze gefunden.

"Bekannte Mordwaffe von chinesischen und russischen Auftragskillern"

Eine Botanikprofessorin habe eine Substanz nachgewiesen, die nur von der Pflanzengattung Gelsemium stammen könne, hieß es in der Anhörung. Das Gift führt zu Lähmungserscheinungen und ist bei entsprechender Dosierung tödlich. Die Pflanze wachse vorwiegend „in entlegenen Regionen Chinas“ und sei eine „bekannte Mordwaffe von chinesischen und russischen Auftragskillern“, sagte der Anwalt von Perepilitschnijs Versicherung nach einem Bericht des „Telegraph“. Weitere Untersuchungen sollen folgen.

Seine Angaben führten zu Ermittlungen wegen Geldwäsche

Der 44-Jährige gilt als eine Schlüsselfigur im Fall Magnitski. Der russische Steueranwalt Sergej Magnitski starb 2009 in einem Moskauer Gefängnis, nachdem er einen riesigen Steuerbetrug aufgedeckt und russische Beamte beschuldigt hatte. Recherchen von Magnitskis früherem Auftraggeber Bill Browder sowie von Journalisten zeigten, dass ein großer Teil des Geldes aus dem Betrug ins Ausland geschafft worden war. Perepilitschnij stellte Dokumente zur Verfügung, die zeigten, dass eine Beamtin der Moskauer Steuerbehörde und ihr Mann mehrere Millionen Euro bei einer Schweizer Bank besaßen. Die Schweiz leitete daraufhin Ermittlungen wegen Geldwäsche ein und ließ die Konten sperren.

Die neue Wendung im Fall Perepilitschnij weckt in Großbritannien Erinnerungen an den russischen Ex-Spion Alexander Litwinenko, der 2006 in London mit radioaktivem Polonium vergiftet worden war.

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