• Neue Sicherheitsstandards für Nuklearabfälle: EU-Pläne verteuern Strom aus Atomkraftwerken

Neue Sicherheitsstandards für Nuklearabfälle : EU-Pläne verteuern Strom aus Atomkraftwerken

Als Folge der von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen neuen Sicherheitsstandards für Nuklearabfälle, wird Strom aus Atomkraftwerken mittelfristig mehr kosten.

Alexander Günzler

Brüssel - Strom aus Atomkraftwerken wird mittelfristig voraussichtlich teurer werden. Dies ist eine Folge aus dem am Mittwoch vorgestellten Vorschlag der Europäischen Kommission, der auf neue Sicherheitsstandards für die Endlagerung von Nuklearabfällen abzielt. „Atomstrom gibt es nicht zum Vorzugspreis“, sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger in Brüssel. Die Steigerung werde jedoch den Strompreis nicht sprengen, sondern für die Verbraucher in maßvollem Rahmen ablaufen.

Zentrales Ziel des Kommissionsvorschlages ist es, dass die EU-Mitgliedsländer, in denen Atomkraftwerke betrieben werden, innerhalb von vier Jahren nach Verabschiedung der Richtlinie einen Plan vorlegen, wann, wo und wie sie entsprechende Endlager bauen, betreiben und finanzieren wollen. „Bis spätestens 2015 soll von jedem Mitgliedsstaat ein qualifizierter Fahrplan vorliegen“, sagte Oettinger. Dabei orientiere man sich an höchsten internationalen Standards, die von der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) für sämtliche Stadien der Entsorgung abgebrannter Brennelemente und radioaktiver Abfälle bis hin zur Endlagerung entwickelt wurden. Die Kommission empfiehlt dabei eine Lagerung in einer Tiefe von mehr als 300 Metern. Entsprechende Entscheidungen – in Deutschland beispielsweise über die Lagerung im Salzstock von Gorleben – müssten aber von den Mitgliedsstaaten getroffen werden. „Die Bevölkerung muss dabei frühzeitig beteiligt werden“, sagte Oettinger. Die Kosten für die Lagerung sollen auch von den jeweils betroffenen Energieunternehmen getragen werden – was wiederum den Atomstrom in Zukunft verteuern würde.

Verboten werden soll künftig der Export von nuklearem Abfall in Staaten außerhalb der EU. „Neue Abfälle liegen unter der Kontrolle der EU“, sagte Oettinger. Davon ausgenommen sind alte Abkommen. So gebe es fünf bis sechs Mitgliedsstaaten vor allem aus dem ehemaligen Warschauer Pakt, die noch Verträge mit Russland hätten.Alexander Günzler

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