Neue Verhandlungen : Nahost-Friedensgespräche beginnen Montag in Washington

Seit 2010 waren die Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern ausgesetzt, jetzt könnte es endlich wieder vorangehen. Ab Montag treffen sich Vertreter beider Seiten in Washington.

Saeb Erekat reist als Chefunterhändler der Palästinenser nach Washington.
Saeb Erekat reist als Chefunterhändler der Palästinenser nach Washington.Foto: dpa

Vertreter Israels und der Palästinenser wollen schon am Montagabend (Ortszeit) in Washington zu neuen Friedensgesprächen zusammenkommen. Das teilte eine Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, am Sonntag mit. Demnach sollen die Gespräche am Dienstag fortgesetzt werden und zunächst dazu dienen, einen Arbeitsplan für die Verhandlungen in den kommenden Monaten auszuarbeiten.

US-Außenminister John Kerry habe mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu gesprochen und offiziell zur Entsendung von Verhandlungsteams nach Washington eingeladen, hieß es in der Mitteilung weiter. Israel werde unter anderen von Justizministerin Zipi Livni, die Palästinenser von Chefunterhändler Saeb Erekat vertreten.

Beide Seiten hatten sich am 19. Juli auf die Wiederaufnahme direkter Gespräche verständigt. „Die Treffen in Washington sind der Beginn“, betonte Psaki. In seiner Einladung habe Kerry erneut den Mut gewürdigt, den Netanjahu und Abbas gezeigt hätten. Beide Führer hätten eine Bereitschaft zu schwierigen Entscheidungen demonstriert, die wichtig gewesen seien, „um diesen Punkt zu erreichen“, zitierte die Sprecherin Kerry. „Wir sind dankbar für ihre Führungskraft.“

Die israelische Regierung hatte zuvor die letzten Weichen für die Wiederaufnahme der Friedensgespräche gestellt. Das Kabinett stimmte am Sonntag der Freilassung von 104 palästinensischen Häftlingen zu. Wie die Regierungspressestelle im Anschluss mitteilte, wurde ein fünfköpfiger Ausschuss gebildet, der über die einzelnen Schritte der Haftentlassungen entscheiden kann. Nach Meldungen israelischer Medien stimmten 13 der 22 Mitglieder des Kabinetts der Freilassung zu, sieben votierten dagegen und zwei Likud-Minister enthielten sich. (dpa/afp)

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