Politik : Neue Vorwürfe gegen Frankreichs Arbeitsminister

Paris - Der französische Arbeitsminister Eric Woerth, dem die Annahme illegaler Parteispenden für die Regierungspartei UMP vorgeworfen wird, ist angeblich in eine weitere Affäre verwickelt. Einem Pressebericht vom Mittwoch zufolge soll er sich für einen Steuernachlass in Millionenhöhe in einem Fall eingesetzt haben, in dem ebenfalls ein UMP-Großspender betroffen war. Der Minister wies die Vorwürfe zurück.

Die französische Zeitung „Libération“ berichtete, Woerth habe all sein Gewicht als früherer Haushaltsminister eingebracht, um einen Steuernachlass in Höhe von 27 Millionen Euro auf das Erbe des französischen Bildhauers César zu ermöglichen, der 1998 gestorben war. Der Minister sei nach Verhandlungen mit dem Testamentsvollstrecker des Bildhauers eingeschritten: Alain-Dominique Perrin, der Präsident der Stiftung Cartier für zeitgenössische Kunst, zähle zu den Großspendern der UMP. Die Zeitung druckte dazu Auszüge aus einem Brief vom 24. April 2008 ab, der von Woerth unterzeichnet worden sei.

Über das Arbeitsministerium ließ Woerth dazu erklären, der Inhalt des Berichts sei eindeutig „falsch“. Er habe sich damals streng an die Vorgaben der Steuerbehörden gehalten, die ihrerseits ein Gerichtsurteil befolgt hätten. Alles sei „unter Beachtung des Steuerrechts“ erfolgt. AFP

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