Politik : Neuer Anschlag im Baskenland soll Wahlen sabotieren

Ralph Schulze

Wieder Bombenterror, wenige Tage vor der spanischen Parlamentswahl. Dieses Mal wollte die ETA zwei Polizisten in San Sebastian im Baskenland mit einer Autobombe umbringen. Sie überlebten schwer verletzt. Die Panzerung ihres Streifenwagens rettete ihnen das Leben, sechs Passanten erlitten Verletzungen. Der sozialistische Oppositionschef in der Region, Fernando Busea, hatte genau vor zwei Wochen weniger Glück. Ein Sprengsatz tötete ihn und seinen Leibwächter. Im Januar ermordeten die Terroristen in Madrid einen Militär.

Die baskische Terrorgruppe ETA versucht, die Wahl am kommenden Sonntag mit Anschlägen zu sabotieren. Seit Tagen durchkämmt eine Armee von Polizisten die Hauptstadt Madrid auf der Suche nach Auto-Bomben. Die Angst ist groß, dass es den Terroristen doch noch gelingen könnte, einen Mega-Sprengsatz zu zünden. In den letzten Wochen wurden schon zwei gestohlene Fahrzeuge gefunden, die der ETA zugeordnet werden - allerdings ohne Bomben.

Im Dezember, kurz nach Aufkündigung des 16-monatigen Waffenstillstandes durch die ETA, konnte die Polizei zwei gewaltige rollende Sprengsätze abfangen. Beide bestanden aus jeweils 900 Kilogramm Explosionsstoffen, die sich in Lieferwagen auf dem Weg nach Madrid befanden. Als potenzielle Terror-Ziele gelten öffentliche Gebäude, Sicherheitskräfte und Politiker. Die neue Terrorangst in Spanien führt dazu, dass auch die Wahlkampf-Veranstaltungen der großen Parteien schwer bewacht werden.

Seit Wochen terrorisieren jugendliche Sympathisanten der ETA im Baskenland besonders heftig die Repräsentanten der beiden pro-spanischen Parteien - die Spanien regierenden Konservativen und die oppositionellen Sozialisten. Täglich fliegen Brandsätze in Geschäfte, Häuser und Autos jener Politiker, die sich noch trauen, gegen die baskisch-nationalistische Separatismuspolitik Front zu machen. Das Baskenland erlebt derzeit einen Wahlkampf im Ausnahmezustand.

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