Politik : Neuer Aufstand – verliert Peru die Kontrolle über die Anden?

Sandra Weiss

Montevideo - Getreu dem Vorbild des Zapatistenaufstandes in Mexiko ging Antauro Humala vor: Exakt elf Jahre nach der Zapatistenrevolte stürmte der Major im Ruhestand am Neujahrstag mit rund 150 bewaffneten Veteranen ein Polizeikommissariat in Andahuaylas in den peruanischen Anden, nahm die Uniformierten in Geiselhaft und forderte den Rücktritt von Präsident Alejandro Toledo. Der Staatschef verkaufe Peru an ausländische Investoren, so Humalas Vorwurf.

Rund 2000 Bewohner der Kleinstadt rund 500 Kilometer südöstlich von Lima halfen den ultranationalistischen Geiselnehmern spontan bei der Einnahme des Rathauses und der Blockade der Zufahrtswege. Am Montag spitzte sich die Lage zu. Humala hielt das zuvor gegebene Versprechen nicht, die Waffen niederzulegen, worauf Sicherheitskräfte das besetzte Gebäude angriffen. Augenzeugen berichteten von einem Kugelhagel in der Innenstadt Andahuaylas. Für den Präsidenten, dessen Regierung von einem Korruptionsskandal in den nächsten schlittert und dessen Popularität deutlich nachgelassen hat, war die Rebellion ein weiterer Schlag ins Gesicht. Der Regierung scheint die Kontrolle über das Hochland zu entgleiten. In der überwiegend von Indigenas bewohnten Region kommt es immer wieder zu blutigen Protesten und Demonstrationen gegen die Regierungspolitik, und erst vor kurzem wurde dort ein Bürgermeister gelyncht.

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