Neuer Bischof in Limburg : Georg Bätzing wird Nachfolger von Tebartz-van Elst

Auf den Nachfolger von Skandalbischof Tebartz-van Elst wartet eine teure Residenz und ein gespaltenes Bistum. Ein kleines Porträt

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Georg Bätzing
Georg BätzingFoto: dpa

Das 31 Millionen Euro teure Bischofshaus auf dem Limburger Domberg steht leer. Bauherr Franz-Peter Tebartz-van Elst verlor seinen Bischofsposten, nachdem er die Kosten durch seine extravaganten Wünschen in die Höhe getrieben und über Jahre verschleiert hatte.
Doch bald könnte die berühmte freistehende Badewanne einen Nutzer bekommen: Am Freitag gab der Vatikan bekannt, dass Papst Franziskus den 55-jährigen Trierer Generalvikar Georg Bätzing zum neuen Bischof von Limburg ernannt hat. Bätzing stammt aus dem Westerwald, wo die Menschen zur Bodenständigkeit neigen; er versteht den Dialekt der Limburger und kommt zugleich von weit genug außerhalb, um nicht parteiisch zu sein. Denn das Bistum ist tief gespalten. Tebartz-van Elst hat mit seiner selbstgerechten, zum Größenwahn neigenden Sicht auf Welt und Kirche verbrannte Erde hinterlassen. Sein Nachfolger muss versuchen, die Gräben zuzuschütten und der katholischen Kirche neue Glaubwürdigkeit zu verschaffen.

Er muss neues Vertrauen aufbauen

In Trier ist Georg Bätzing ein geschätzter Mann. Er war dort für die Priesterausbildung zuständig und ist seit 2012 Generalvikar. Es fehlt ihm die Weltläufigkeit, doch scheint er nicht engstirnig zu sein, auch nicht ängstlich. 2012 organisierte er die Wallfahrt zum Trierer „Heiligen Rock“ – der Legende nach ein Teil von Jesu Gewand – und band die Evangelischen in die Feierlichkeiten mit ein. Dafür hagelte es Kritik von reaktionär-katholischen Kreisen. Doch das hat Bätzing und seinen Bischof nicht angefochten. 2013 wagten sie einen weiteren revolutionären Schritt: Sie riefen eine Synode ein, um das Kirchenvolk zu befragen, wie es sich die Zukunft der Kirche vorstellt. Das hat es seit Jahrzehnten in keinem deutschen Bistum mehr gegeben. Bätzing ist sich bewusst, dass sich die Kirche wandeln und auf die Menschen zugehen muss, wenn sie in der säkularen Welt mitreden will. „Bin zuversichtlich“, simste am Freitag ein Limburger Domkapitular.

Bätzing weiß, dass sich die Kirche wandeln muss

Den Wechsel nach Limburg hat wohl der Münsteraner Bischof Felix Genn miteingefädelt. Genn stammt aus dem Trierer Bistum und sitzt in der römischen Bischofskongregation, die die Ernennungen vorbereitet. Die Bischofsresidenz wird aber noch eine Weile leer bleiben. Bätzing muss sich gut überlegen, ob er in das symbolisch kontaminierte Gebäude einzieht. „Besser nicht“, hat ihm ein Freund geraten. „Das Haus sieht aus wie ein Gefängnis, da kriegste Depressionen.“

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