Politik : Neuer Bombenterror und Drohungen der Hamas gegen Israel

Sechs Tote und mehr als 150 Verletzte bei Anschlägen / Israelische Kritik an Palästinenser-Präsident Arafat JERUSALEM (dpa/AFP).Drei Selbstmordattentäter haben sich am Donnerstag in Jerusalem in die Luft gesprengt und drei Menschen mit in den Tod gerissen.Nach ersten Angaben wurden mehr als 150 Menschen verletzt.In einem anonymen Anruf bekannte sich der militärische Flügel der radikal-islamischen Hamas-Organisation zur Tat und drohte neue Attentate an, falls Israel bis zum 14.September nicht alle inhaftierten Hamas-Männer freilasse.CNN meldete unter Berufung auf US-Regierungsbeamte, Madeleine Albrights Nahost-Reise werde nicht abgesagt. Einer der Attentäter war offenbar als Frau verkleidet.Die Sprengsätze detonierten nach Augenzeugenberichten im Abstand von jeweils etwa 20 Sekunden in der Ben-Jehuda-Straße in einer Entfernung von 50 bis 100 Metern voneinander.Zum Zeitpunkt der Detonationen, kurz nach 15 Uhr Ortszeit, war die Fußgängerzone sehr belebt.Polizisten und Soldaten versuchten fieberhaft, die Menschen in Seitenstraßen abzudrängen und Platz für Rettungsdienste zu schaffen.Die Anschläge wurden wenige Tage vor dem geplanten Beginn der ersten Nahost-Reise der amerikanischen Außenministerin Madeleine Albright verübt.Die Ministerin will den zum Stillstand gekommenen Nahost- Friedensprozeß wieder in Gang bringen. Nach dem Anschlag verhängte Israels Armee erneut eine völlige Sperre über die Palästinensergebiete.Auch die "interne Sperre", das Verbot für Palästinenser, die Autonomiestädte zu verlassen oder zwischen ihnen zu reisen, wurde wieder verhängt. Hanan Aschrawi, prominente Ministerin der palästinensischen Autonomiebehörde, verurteilte die neuen Gewaltakte als "inakzeptable und verdammenswerte Horrorakte".Sie äußerte die Hoffnung, daß Israel "keine neuen Kollektivstrafen über die Palästinenser verhängt, denn dies führt nur zu einem neuen Klima der Gewalt, macht die ganze Gegend hier zu einem Pulverfaß". Israels Ministerpräsident Netanjahu erklärte, seine Regierung werde ihre gesamte Haltung zum Friedensprozeß überprüfen.Er erklärte, der Anschlag sei von der palästinensischen Autonomiebehörde zu verantworten."In einer Zeit, in der die Palästinenser Terrororganisationen freie Hand geben, sind Vorkommnisse wie dieses unausweichlich", sagte Netanjahu während eines Besuches bei mehreren verletzten Opfern in einem Jerusalemer Krankenhaus.

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