Politik : Neuer Durchbruch bei der Lohnfortzahlung in der Metallindustrie

Tarifparteien einigen sich in NRW auf Kompromiß Frankfurt (Main)/Berlin(AP).In der Metallindustrie haben die Tarifparteien eien weiteren Durchbruch erzielt.Eine Woche nach dem Tarifabschluß in Niedersachsen haben Gewerkschaft und Arbeitgeber am Mittwoch auch in Nordrhein-Westfalen die volle Lohnfortzahlung festgeschrieben.Im größten Tarifbezirk der Branche einigten sich beide Seiten auf einen Kompromiß für die 850.000 Beschäftigten, der in seinen Eckpunkten der Einigung von Hannover folgt.Auch in vier weiteren Bezirken rangen IG Metall und Arbeitgeber um eine Übernahme des Modells.In Berlin und Norddeutschland einigten sich die Tarifpartner auf einen neuen Beschäftigungssicherungsvertrag. In NRW verständigten sich IG Metall und Arbeitgeber beim Weihnachtsgeld darauf, daß sich die Unternehmen zwischen einer Kürzung um fünf Prozent oder einer Flexbilisierung abhängig vom Krankenstand entscheiden können.Danach wird die Sonderzahlung auf 50 Prozent eines Monatslohnes gesenkt, aber auch bei besonders niedrigen Krankenständen auf 65 Prozent erhöht.Das Modell hatte Gesamtmetall in einem ersten Gespräch im November noch abgelehnt.Als erster Bezirk der Branche hatte Niedersachsen eine 100prozentige Lohnfortzahlung bei Krankheit vereinbart.Dafür werden Überstunden nicht mehr in die Berechnung des Entgelts einbezogen und das Weihnachtsgeld um fünf Prozent gekürzt.Zudem einigten sich die Tarifparteien auf eine Lohnerhöhung von April 1997 an um 1,5 und ein Jahr später um 2,5 Prozent. Für die 60.000 Beschäftigten der Branche in West-Berlin und 180.000 Metaller in Norddeutschland wurden die bisherigen Vereinbarungen zur Beschäftigungssicherung verlängert.Hauptbestandteil ist die Möglichkeit, künftig die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich bis auf 30 Stunden abzusenken, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.In beiden Bezirken sollen die Verhandlungen zur Lohnfortzahlung an diesem Donnerstag fortgesetzt werden. Gespräche wurden am Mittwoch auch für Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern und das Saarland geführt.Hessens Metallarbeitgeber haben sich grundsätzlich zu einer Vereinbarung für die rund 400.000 Beschäftigten auf Grundlage der Einigung von Hannover bereiterklärt.Im Südwesten akzeptierte die große Tarifkommission der IG Metall einen mit den Arbeitgebern für die 300.000 Beschäftigten ausgehandelten Kompromiß.Das Papier orientiert sich im wesentlichen an dem Abschluß von Hannover.Statt einer Kürzung des Weihnachtsgeldes sieht die Vereinbarung aber bis zu sieben Stunden Mehrarbeit ohne Zuschläge vor.In Nordwürttemberg-Nordbaden vereinbarten die Tarifparteien, die Verhandlungen am Dienstag fortzusetzen. Die Verhandlungen für den Bezirk Küste,waren in der Nacht zum Mittwoch vertagt worden.

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