Politik : Neuer UN-Plan für Zypern

Generalsekretär verhandelt mit Griechen und Türken in der Schweiz

Thomas Seibert

Istanbul. Die UN haben bei den Friedensgesprächen für Zypern neue Vorschläge vorgelegt. Wie türkische Medien berichteten, umfasst die von UN-Generalsekretär Kofi Annan präsentierte Überarbeitung des Friedensplans 9000 Seiten. Annan versuche, den Bedenken von Griechen und Türken Rechnung zu tragen, so der türkische Fernsehsender NTV. Annan will am Montag am Verhandlungsort Bürgenstock bei Luzern mit den Ministerpräsidenten der Türkei und Griechenlands, Recep Tayyip Erdogan und Costas Karamanlis, über die Wiedervereinigung Zyperns sprechen. Um die eigene Position zu stärken, versucht die Türkei, die USA in die Verhandlungen einzubeziehen. Außenminister Gül bat seinen US-Kollegen Powell, Druck auf die EU zu machen. Ankara verlangt von der EU, sie solle auf Zypern in der Eigentumsfrage Ausnahmen vom EU-Recht akzeptieren.

Annan schlägt für Zypern einen gemeinsamen Bundesstaat von Griechen und Türken vor. Diese „Vereinte Republik Zypern“ soll am 20. April bei getrennten Volksabstimmungen auf der Insel gegründet werden und am 1. Mai der EU beitreten. Das gegenseitige Misstrauen der beiden Volksgruppen, die seit einem griechischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention 1974 geteilt ist, verhinderte bisher eine Einigung. Laut NTV kommt Annan in dem überarbeiteten Friedensplan der türkischen Minderheit entgegen, indem er die Eigenständigkeit ihres geplanten Bundesstaates stärkt. Als Zugeständnis an die griechische Seite fordert Annans neuer Plan weitere Gebietsrückgaben der Türken.

» Mehr lesen? Jetzt gratis Tagesspiegel testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar