Politik : Neues von den Fischer-Chören (Glosse)

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Nicht im Dezember, nicht im März - nein, im Juni wollen die Grünen nun ihre Führungsspitze neu bestimmen. Toll? Eher: Na und? Wen außerhalb der Partei interessiert das wirklich? Ganz gleich, ob die frühere Anti-Parteien-Partei nun Herr- und Frauschaften namens Röstel, Künast, Radke, Kuhn oder sonstwen zu Sprechern bestimmt - in der Öffentlichkeit wird Joschka Fischer der wichtigste Grünen-Politiker bleiben. Und nicht nur der Öffentlichkeit. Auch dem Koalitionspartner. In die verfahrene Chose des Atomausstiegs kam auch erst neuer Drive, als sich außer dem amtshalber zuständigen Umweltminister, persönlichen Gewichts halber der Außenminister einschaltete. In der CDU ist gerade zu besichtigen, wie schwer eine Partei es hat, sich von ihrem ehemaligen Übervater zu lösen. Bei den Grünen wird der wichtigste Mann Teil der neuen Führungsstruktur sein. Primus inter Pares - erster unter gleichen? Nein, eben nicht, sondern erster unter Vorständlern und Präsiden, die "eigentlich" über ihm stehen. Oder wie wird die Hierarchie zwischen Vorstand und Präsidium der Grünen künftig sein? Auch dies ist eine zweitrangige Frage, denn die künftigen Parteisprecher, wenn es denn Kuhn und Künast werden sollten, müssten mit dem Ruf leben, Spitzen von seinen, von Fischers Gnaden zu sein. Würden es andere, wäre es eine Spitze gegen seinen Willen. Letzteres wäre der schwierigere Weg. Einer Partei mit eigenem Gewicht würde er gut anstehen.

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