Politik : Neueste Lehre aus Pisa: Aktive Schulen

-

Berlin Zwischen deutschen Gymnasien bestehen eklatante Leistungsunterschiede. In der mathematischen Kompetenz sind 15-jährige Gymnasiasten in Bayern mehr als ein Schuljahr weiter als die Gymnasiasten in Bremen, ergab eine Auswertung der Pisa-Studie von 2003, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. „Nicht überall, wo Gymnasium draufsteht, ist auch Gymnasium drin“, sagte der Leiter der nationalen Pisa-Studie, Manfred Prenzel, dem Tagesspiegel.

„Besorgt“ angesichts der großen Unterschiede zwischen den Ländern auch in anderen bei Pisa getesteten Kompetenzfeldern ist die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und brandenburgische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU). Problematisch seien ferner die mangelnden Bildungserfolge bei Schülern mit Migrationshintergrund und die starke Koppelung zwischen sozialer Herkunft, Schullaufbahn und Kompetenzen vor allem in Mathematik. Sozial ungerechter sei die deutsche Schule seit der ersten Pisa-Studie im Jahr 2000 allerdings nicht geworden, erklärte Prenzel.

Die Pisa-Auswertung zeigt, dass Sitzenbleiber fast nichts dazulernen. Trotzdem liegt in einigen Ländern die Wiederholungsquote bei bis zu 47 Prozent. Wanka sagte, man müsse über Alternativen zum Sitzenbleiben nachdenken. Gleichzeitig betonten Wanka und auch Prenzel, dass Pisa 2003 erste Erfolge von Schulreformen belege: Alle Länder hätten sich im internationalen Vergleich verbessert.

Hoffnung setzen die Bildungspolitiker auf „aktive Schulen“, die Gestaltungsspielräume in der pädagogischen Arbeit voll ausnutzen, in denen die Lehrer im Team arbeiten und Kollegien und Schülerschaft einander regelmäßig evaluieren und die Eltern einbeziehen. In Berlin dominieren aber die „passiven“ Schulen. -ry/akü/sve

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben