• Neujahrsansprache von Angela Merkel: Kanzlerin will sich in der Flüchtlingskrise treu bleiben

Neujahrsansprache von Angela Merkel : Kanzlerin will sich in der Flüchtlingskrise treu bleiben

Wie schon in ihrer Neujahrsansprache am Silvesterabend 2014 warnt Kanzlerin Angela Merkel davor, den Pegida-Demonstrationen zu folgen.

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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrer Neujahrsansprache.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrer Neujahrsansprache.Foto: dpa

Wenn es eine Botschaft in der Neujahrsansprache von Angela Merkel gibt, dann diese: Die Kanzlerin will sich in der Flüchtlingskrise treu bleiben. Es war wohl kein Zufall, dass Merkel in ihrer am Mittwoch vorab verbreiteten Ansprache noch einmal aus ihrer eigenen Rede zitierte, die sie ein Jahr zuvor am Silvesterabend 2014 gehalten hatte. Viele der Flüchtlinge, hatte Merkel damals gesagt, seien „buchstäblich dem Tod entronnen“. Es sei „selbstverständlich“, hatte Merkel seinerzeit hinzugefügt, „dass wir ihnen helfen und Menschen aufnehmen, die bei uns Zuflucht suchen“.

"2015 mussten in der Flüchtlingskrise den Worten Taten folgen"

Im Rückblick auf das Jahr 2015, in dessen Verlauf immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kamen und der politische Streit um Obergrenzen, Grenzsicherung und Aufnahmekapazitäten immer lauter wurde, wiederholte Merkel ihren Gedanken vom Silvesterabend 2014. Der Grund: Es habe „selten ein Jahr gegeben“, in dem „wir so sehr herausgefordert waren, Worten Taten folgen zu lassen“. Dies lässt sich auch als Ansage für das Jahr 2016 verstehen: Merkel will sich offenkundig von ihrem Kurs, der aus Deutschland eines der wichtigsten Aufnahmeländer für Flüchtlinge in der EU gemacht hat, nicht abbringen lassen.
Fast wortgleich wie in ihrer Neujahrsansprache vor einem Jahr appellierte die Kanzlerin an die Bürger, den Pegida-Demonstrationen nicht zu folgen. Auch im kommenden Jahr komme es ganz besonders auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland an, sagte sie. „Es kommt darauf an, denen nicht zu folgen, die mit Kälte oder gar Hass in ihren Herzen ein Deutschsein allein für sich reklamieren und andere ausgrenzen wollen“, sagte sie mit Blick auf die Pegida.

Gleichzeitig wies Merkel aber auch darauf hin, „dass der Zuzug so vieler Menschen uns noch Einiges abverlangen“ werde. „Das wird Zeit, Kraft und Geld kosten – gerade mit Blick auf die so wichtige Aufgabe der Integration derer, die dauerhaft hier bleiben werden“, sagte sie. Dabei müsse man „aus Fehlern der Vergangenheit lernen“. Merkel betonte: „Unsere Werte, unsere Traditionen, unser Rechtsverständnis, unsere Sprache, unsere Gesetze, unsere Regeln – sie tragen unsere Gesellschaft, und sie sind Grundvoraussetzung für ein gutes, ein von gegenseitigem Respekt geprägtes Zusammenleben aller in unserem Land.“

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