Politik : Neuwahlen in Israel: Scharon kann Vorsprung auf Barak weiter festigen

Wenige Tage vor der Wahl in Israel hat Oppositionschef Ariel Scharon seinen Vorsprung in der Wählergunst vor Ministerpräsident Ehud Barak offenbar gefestigt. Der Meinungsforscher Rafi Smith sagte am Donnerstag im Armee-Rundfunk, in seiner jüngsten Umfrage liege Scharon 19 Prozent vor Barak und damit innerhalb der bisherigen Bandbreite von 17 bis 22 Prozent. Barak hat es abgelehnt, die Kandidatur in letzter Minute seinem angeblich aussichtsreicheren Parteifreund Schimon Peres zu überlassen. Mit dem Tod eines Israelis im Westjordanland stieg am Donnerstag die Zahl der Opfer des Palästinenser-Aufstandes auf 378.

Smith berichtete vor der Veröffentlichung der Ergebnisse seiner Umfrage in der Nachmittagszeitung "Globes", Scharon habe am Mittwoch 47 Prozent Zustimmung erhalten, Barak 27 Prozent. 20 bis 25 Prozent der Befragten hätten erklärt, am Dienstag nicht wählen zu gehen oder nicht zu wissen, wen sie wählen sollen. Bei den Israelis arabischer Abstammung, die 12,3 Prozent der Wähler stellen, liege der Anteil der Wahlverweigerer über 50 Prozent.

Die Verhandlungen über einen Palästinenser-Staat ruhen auf Initiative Baraks seit Sonntag. Doch hat er bestätigt, dass es Bemühungen um eine Gipfelkonferenz mit Palästinenser-Präsident Jassir Arafat noch vor der Wahl gibt. Arafat empfing am Mittwochabend den israelischen Minister Amnon Lipkin-Schahak. Dabei sei auch über die Konferenzpläne gesprochen worden, verlautete aus Palästinenser-Kreisen. Rechtlich umstritten ist, ob sich Scharon nach einem Wahlsieg an Abmachungen halten müsste, die Barak und Arafat treffen - etwa in Form eines Rahmenvertrages für weitere Verhandlungen. Scharon hat Barak das Recht abgesprochen, als geschäftsführender Ministerpräsident Verträge zu schließen.

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