Politik : New Orleans drängt die Fluten zurück

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New Orleans/Berlin In den Hurrikan-Gebieten beginnt der Wasserspiegel zu sinken, aber zugleich wächst die Furcht vor dem, was die Fluten freigeben. Mehr als eine Woche nach „Katrinas“ Angriff schließt der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, nicht aus, dass bis zu 10000 Menschen starben. In der Lagerhalle der Kleinstadt Saint Gabriel in Louisiana wurde eine riesige Leichenhalle eingerichtet, die 5000 Tote aufnehmen soll. Auf der Rot-Kreuz-Internetseite für die Suche nach Vermissten stieg die Zahl der Eintragungen auf rund 94000. Nach Tagen andauernder Gewalt wurde New Orleans am Dienstag für sicher erklärt. Nachdem die Reparatur von zwei gebrochenen Deichen gelungen war, begannen Heerespioniere damit, das Wasser in den Pontchartrain-See zurückzuleiten.

Mit mehreren Maßnahmen reagierte US-Präsident George W. Bush auf die Kritik an den Fehlern Washingtons beim Katastrophenmanagement nach dem Hurrikan. Am Dienstag kündigte er eine Untersuchung möglicher Pannen an, lehnte aber personelle Konsequenzen ab. Am Donnerstag werde sein Stellvertreter Dick Cheney in die Hurrikangebiete reisen, erklärte Bush weiter.

UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte, die Weltgemeinschaft könne sich jetzt für frühere Hilfsleistungen der USA revanchieren. Ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) wird am heutigen Mittwoch in die Katastrophenregion aufbrechen. Nach Angaben des Innenministeriums werden 120 Spezialisten der Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen und Infrastruktur, ausgestattet mit 15 Hochleistungspumpen, eingesetzt. Der neue US-Botschafter in Deutschland, William R. Timken, dankte der Bundesregierung und der deutschen Bevölkerung für die Hilfsangebote. „Diese Unterstützung ist ein Beweis für die Tiefe und Stärke unserer Beziehungen“, sagte Timken bei seiner ersten Pressekonferenz als US-Botschafter in Berlin. mis/dpa

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