New Orleans : Nagin als Bürgermeister wiedergewählt

Der Bürgermeister der Südstaatenmetropole New Orleans, Ray Nagin, ist für eine zweite Amtszeit gewählt worden. Nach Auszählung aller Wahlbezirke erhielt der schwarze Amtsinhaber 52 Prozent.

Washington - Nagins weißer Herausforderer Mitch Landrieu kam bei der Wahl neun Monate nach der Zerstörung durch Hurrikan "Katrina" auf 48 Prozent. Die Wähler waren teils mit Bussen eigens für die Stimmabgabe am Samstag zurückgebracht gebracht. Lange hatten die Kandidaten, die beide den Demokraten angehören, in der Wahlnacht fast gleichauf gelegen.

Der 49-jährige Nagin hatte angesichts der chaotischen Zustände nach dem Zerstörungszug von "Katrina" Schlagzeilen gemacht - mit heftiger Kritik an den Bundesbehörden in deftiger Sprache. Landrieu warf ihm vor, den Wiederaufbau der Stadt nicht schnell genug vorangetrieben zu haben. Der 45 Jahre alte Landrieu ist stellvertretender Gouverneur des Bundesstaates Louisiana. Sein Vater war der letzte weiße Bürgermeister von New Orleans in den 70er Jahren.

Schon am frühen Morgen waren die Busse mit Wählern eingetroffen, die nach dem Hurrikan geflüchtet waren und teilweise hunderte Kilometer zurücklegen mussten. Von den einst rund 500.000 Einwohnern kehrten bislang nur knapp die Hälfte zurück.

Bei der ersten Runde am 22. April lag die Wahlbeteiligung bei den Weißen bei 51 Prozent der registrierten Wähler, bei den Schwarzen bei 31 Prozent. Viele Einwohner der wohlhabenden, überwiegend weißen Stadtteile waren vor dem Hurrikan in umliegende Orte geflüchtet und kehrten schnell zur Renovierung ihrer überfluteten Häuser zurück. Vielen Schwarzen fehlte dagegen das Geld zur Flucht. Sie saßen tagelang in der weitgehend unter Wasser stehenden Stadt fest, wurden unter chaotischen Umständen gerettet und in Auffangzentren teils tausende Kilometer entfernt verteilt. Der Bürgermeister legt am 31. Mai den Amtseid ab, einen Tag vor dem offiziellen Beginn der Hurrikansaison. (tso/dpa)

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