• Newsticker zu Flug MH17 von Malaysia Airlines: Obama fordert Waffenruhe - BKA schickt Experten in die Ukraine

Newsticker zu Flug MH17 von Malaysia Airlines : Obama fordert Waffenruhe - BKA schickt Experten in die Ukraine

Beim Absturz von Flug MH17 von Malaysia Airlines starben im Osten der Ukraine 298 Menschen. War es ein Abschuss? Und wie geht es jetzt weiter? Die wichtigsten Entwicklungen in unserem Newsticker.

von , , , und Julian Graeber
US-Präsident Barack Obama fordert eine Waffenruhe.
US-Präsident Barack Obama fordert eine Waffenruhe.Foto: Reuters

+++ BKA schickt nach Flugzeugabsturz Experten in die Ukraine +++

Das Bundeskriminalamt (BKA) entsendet zwei Experten in die Ukraine, um bei der Bergung und Identifizierung der Opfer des Flugzeugabsturzes im Osten des Landes zu helfen. Sie sollen zusammen mit Experten aus den Niederlanden und anderen Staaten schnellstmöglich ihre Arbeit aufnehmen, wie das BKA am Freitag mitteilte. In enger Kooperation mit den örtlichen Behörden sollten so die 298 Opfer der mutmaßlich abgeschossenen Passagiermaschine der Malaysia Airlines sicher identifiziert werden, um den Angehörigen Gewissheit zu verschaffen.

Auch die US-Behörde für Verkehrssicherheit (NSTB) kündigte an, einen Ermittler in die Ukraine zu entsenden. Die US-Bundespolizei FBI bereitet sich ebenfalls nach eigenen Angaben darauf vor, die Untersuchungen vor Ort mit mindestens einem ihrer Beamten zu unterstützten. Die französische Regierung erklärte, zwei Experten abzustellen, die sich an der Ermittlung der Absturzursache beteiligen sollen. Zudem bot Paris seine Hilfe bei der Analyse des Flugschreibers an.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol teilte ihrerseits mit, auf Bitten der ukrainischen Behörden binnen 48 Stunden ein Expertenteam zur Identifizierung der Opfer zur Unglücksstelle zu schicken. Auch die malaysische Regierung will die von Kiew geleiteten Ermittlungen mit zwei Experten unterstützen. Insgesamt sollen 62 Behördenmitarbeiter und Experten aus Kuala Lumpur nach Kiew reisen.

+++ Ukrainischer Parlamentspräsident fordert moderne Waffen vom Westen +++

Nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine hat der ukrainische Parlamentspräsident Alexander Turtschinow den Westen zu Waffenlieferungen an die Regierung in Kiew aufgefordert. Die internationale Gemeinschaft müsse die prowestliche Führung mehr unterstützen im Kampf gegen prorussische „Terroristen“, sagte er am Freitag in Kiew. „Dafür sollen moderne Waffen und Kampftechnik an uns geliefert werden.“ Mit Präzisionswaffen könnte das Kriegsgerät der Aufständischen binnen Tagen zerstört werden. „Sie hätten auch den Absturz der Boeing verhindert“, sagte er.

Die Separatisten bezeichneten unterdessen den angeblichen Mitschnitt eines Gesprächs, das die Aufständischen als Urheber des Abschusses überführen soll, als Fälschung. „Die Aufzeichnung wurde grob montiert“, sagte Oleg Zarjow von der „Volkswehr“. Möglicherweise seien einige Passagen echt, allerdings handele es sich dabei um einen Kampfjet und nicht um das Passagierflugzeug mit 298 Insassen.

+++ USA spricht von "glaubhaften Beweisen" für Abschuss durch SA-11-Rakete +++

Vor der Rede von Barack Obama hatte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, vor dem UN-Sicherheitsrat von „glaubhaften Beweisen“ für einen Abschuss von Separatistenterritorium durch eine „SA-11-Rakete“ gesprochen. Die USA könnten dabei „technische Hilfe durch russisches Personal nicht ausschließen“. Sie führte aus, dass nur eine kleine Gruppe von Raketentypen in der Lage sei, ein Flugzeug in dieser Höhe abzuschießen., darunter die SA-11. Zwar hätten auch die ukrainischen Kräfte dies Raketen. Diese hätten jedoch seit Beginn des Konflikts keine einzige Rakete abgefeuert - im Gegensatz zu den Separatisten. Andere in den Händen der Separatisten befindliche Systeme wären dazu nicht in der Lage. Das SA-11 wiederum sei so komplex, dass die Separatisten dafür Hilfe von ausgebildetem Personal benötigten. Power deutete damit sehr entschieden in Richtung Russland und endete mit dem Appell: „Russland kann diesen Krieg beenden. Russland muss diesen Krieg beenden.“ Die komplette Rede von Samantha Power können Sie hier nachlesen.

+++ OSZE-Beobachter von Absturzstelle in Ostukraine ferngehalten +++

Prorussische Separatisten haben internationalen Beobachtern den vollständigen Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine verwehrt. Die Beobachter könnten sich nicht uneingeschränkt bewegen, hieß es am Freitag von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien. Die Organisation hat etwa 20 Vertreter zu der Absturzstelle nahe Grabowo geschickt. Sie sollten über die Situation vor Ort berichten. Die Führung der Separatisten hatten ihnen zuvor freien Zugang zum Unglücksort zugesichert.

+++ US-Präsident Barack Obama fordert Waffenruhe +++

Nach dem Abschuss eines Passagierflugzeuges über der Ukraine hat US-Präsident Barack Obama eine sofortige Waffenruhe gefordert. Die Rakete, die das Flugzeug abgeschossen habe, sei aus einem von Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden, sagte Obama am Freitag.

+++ OSZE-Beobachter an der Unfallstelle eingetroffen +++

Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sind am Freitag an der Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine eingetroffen. Die Beobachter sollen über die Situation am Ort berichten, sagte eine OSZE-Sprecherin in Wien. Unterdessen konnte sich der Ständige Rat der Organisaton auch nach mehrstündiger Debatte noch nicht auf eine gemeinsame Erklärung zu dem Unglück einigen. Dem Gremium aus 57 Nationen gehören auch Russland und die Ukraine an.

Ein ukrainischer Rettungshelfer an der Absturzstelle.
Ein ukrainischer Rettungshelfer an der Absturzstelle.Foto: dpa

+++ OSZE-Inspekteure an Unglücksstelle angekommen +++

Ein Team von 30 Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist am Freitagnachmittag an der Absturzstelle des Flugzeugs der Malaysia Airlines im Osten der Ukraine eingetroffen. Ein AFP-Reporter berichtete, prorussische Milizionäre hätten nach kurzen Verhandlungen den Inspekteuren Zugang zu der Unglücksstelle bei Grabowe gewährt.

+++ Mehr als 20 tote Zivilisten bei Kämpfen in Lugansk +++

Auch nach dem Flugzeugabsturz in der Ostukraine haben sich Regierungseinheiten und prorussische Separatisten in dem Konfliktgebiet heftige Gefechte geliefert. Bei Kämpfen in Lugansk seien allein am Freitag mehr als 20 Zivilisten getötet worden, teilte die Stadtverwaltung mit. In Lissitschansk bei Lugansk geriet nach Artilleriebeschuss eine Raffinerie in Brand.

+++ US-Geheimdienst geht von Abschuss durch Separatisten aus +++

Das über der Ukraine abgestürzte Passagierflugzeug ist nach Angaben von US-Geheimdiensten sehr wahrscheinlich von pro-russischen Separatisten abgeschossen worden. Das geht nach Angaben des Senders CNN aus einem vorläufigen Geheimdienstbericht hervor.

+++ Putin fordert Waffenruhe +++

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die ukrainische Regierung und die Separatisten im Osten des Landes zu einer Waffenruhe aufgefordert. Damit sollten Verhandlungen ermöglicht werden, sagte Putin am Freitag.

Wladimir Putin fordert die ukrainische Regierung und die Separatisten zu einer Waffenruhe auf.
Wladimir Putin fordert die ukrainische Regierung und die Separatisten zu einer Waffenruhe auf.Foto: dpa

+++ Lawrow warnt Ukraine +++

Russland will einen Beschuss seines Territoriums von der Ukraine aus nicht länger dulden. Außenminister Sergej Lawrow sagte am Freitag, Moskau habe für den Fall des weiteren Beschusses aus dem Nachbarland bereits Maßnahmen angekündigt. Sollte klar sein, dass der Beschuss vorsätzlich erfolge, müsse seiner Meinung nach der Ausgangspunkt des Beschusses "neutralisiert" werden, fügte Lawrow im staatlichen Fernsehsender Rossija 24 hinzu.

Russische Nachrichtenagenturen zitierten Lawrow mit den Worten, die "ukrainischen Kollegen" hätten eine "ernsthafte Warnung" bekommen. Am 13. Juli war in der russischen Ortschaft Donezk an der Grenze zur Ukraine ein Zivilist durch Granatfeuer getötet worden. Moskau macht dafür die ukrainische Armee und die mit ihr verbündeten Einheiten verantwortlich. Kiew bestreitet die Vorwürfe.

+++ Bekannter Aids-Forscher unter den Todesopfern +++

Zu den Opfern der in der Ostukraine abgestürzten malaysischen Passagiermaschine gehört auch der führende niederländische Aids-Forscher und frühere Vorsitzende der Internationalen Aids-Gesellschaft, Joep Lange. Das bestätigte eine Sprecherin der Stiftung PharmAccess, die Lange gegründet hatte und die Patienten leichteren Zugang zu Aids-Medikamenten verschafft. Langes Tod sei ein "großer Verlust", erklärte der Leiter der Stiftung, Onno Schellekens. Der 59-jährige fünffache Familienvater war demnach auf dem Weg zur 20. Welt-Aids-Konferenz, die am Sonntag in Melbourne beginnt. In der Maschine saßen rund hundert weitere Konferenz-Teilnehmer. Lange engagierte sich schon sehr früh im Kampf gegen Aids. Zwischen 2002 und 2004 saß er der Internationalen Aids-Gesellschaft vor, die auch die Konferenz in Melbourne organisiert.

Trümmerteile der abgestürzten Boeing von Malaysia Airlines im Osten der Ukraine.
Trümmerteile der abgestürzten Boeing von Malaysia Airlines im Osten der Ukraine.Foto: AFP

 +++ Russland wehrt sich gegen Kritik +++

Der Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin hat westliche Vorwürfe, wonach Russland die Verantwortung für den Absturz der malaysischen Passagiermaschine über den umkämpften Gebieten in der Südostukraine trägt, als "Dummheiten", bezeichnet. Die USA würden in letzter Zeit eine „extrem unkonstruktive Politik“ betreiben, ihr Vorgehen sei unberechenbar, tadelte Peskow in einem Interview für den britischen "Guardian". Weitere Erklärungen des Kreml-Pressedienstes zum Thema werde es daher nicht geben. Putin selbst hatte zuvor eine peinlich genaue Untersuchung der Katastrophe gefordert. Diese beweise einmal mehr die Notwendigkeit einer schnellen Friedenslösung in der Ukraine. Der Kremlchef hatte US-Präsident Barack Obama am Donnerstagabend, gleich nachdem er selbst vom russischen Flugsicherungsdienst über das Drama informiert worden war, angerufen.

+++ Russische Experten vermuten versehentlichen Raketenabschuss +++

Russische Experten vermuten, der am Donnerstag im Raum des ostukrainischen Donezk abgestürzte Passagierjet der Malaysia Airlines, sei von unprofessionellen ukrainischen Militärs abgeschossen worden. „Das einzige System, das für die Zerstörung von Zielen in großer Höhe geeignet ist, ist der Komplex Buk, mit dem die ukrainische Armee ausgestattet ist“, sagte Militärexperte Igor Korotschenko am Donnerstag in Moskau. Chefredakteur des Fachmagazins „Nazionalnaja Oborona“ (Nationale Verteidigung). „Unter Berücksichtigung der Verlegung zusätzlicher Mittel und Kräfte der ukrainischen Luftabwehr in den Osten der Ukraine dürfte bei der Überprüfung der Kampfbereitschaft der Anlagen kraft mangelnden beruflichen Könnens des Personals zu einem versehentlichen Start einer Rakete gekommen sein. Diese traf die in einer Höhe von 10.000 Metern fliegende Boeing“. Die ukrainischen Militärs hätten in großer Höhe ein Objekt geortet, es für ein russisches Spionageflugzeug gehalten und abgeschossen, behaupten dagegen Vertreter der selbsternannten Donezker Volksrepublik in einem Interview für den staatlichen russischen Nachrichtenkanal "Rossija 24". Kiew hatte bereits vor Tagen für die umkämpften Gebiete ein Flugverbot verhängt.  

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