Politik : Nicaragua ehrt Honecker-Witwe mit Orden

Managua - Die Witwe des früheren DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker, Margot Honecker, ist von Nicaraguas Präsident Daniel Ortega geehrt worden. Bei der Feier des 29. Jahrestags der sandinistischen Revolution überreichte Ortega der 81-Jährigen in Managua den Orden für kulturelle Unabhängigkeit „Rubén Darío“. Damit werde ihre Unterstützung der Kampagne gegen Analphabetismus gewürdigt, sagte Nicaraguas First Lady Rosario Murillo. Die Ordensverleihung war der erste Auftritt der Honecker-Witwe seit ihrer Flucht nach Chile im Jahr 1993.

Margot Honecker nahm den Orden lächelnd entgegen und umarmte den Staatschef und sandinistischen Ex-Guerillero Ortega. Sie ergriff aber nicht öffentlich das Wort. Während der Revolutionszeit zwischen 1979 und 1990 habe sie unermüdlich für die Alphabetisierung von Nicaraguas Volk gekämpft, betonte First Lady Murillo. Außenminister Samuel Santos nannte die Geehrte „eine lebende Legende“. Von 1963 bis 1989 war Honecker DDR-Bildungsministerin und setzte ihre Vorstellungen mit autoritärem Stil durch. So führte sie den Wehrkundeunterricht in weiterführenden Schulen ein.

An den Feiern nahmen auch die Staatschefs von Venezuela und Paraguay, Hugo Chávez und Fernando Lugo, teil. Hunderttausende feierten den Kampf der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront gegen die Militärdiktatur, der 1979 begonnen hatte. Der Bewegung stellten sich die von den USA unterstützten Contras entgegen, der Bürgerkrieg endete 1990. AFP

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