• „Nicht Macht, sondern Glück für Mütter“ Wie Kirchhof die Rollen in der Familie verteilt

Politik : „Nicht Macht, sondern Glück für Mütter“ Wie Kirchhof die Rollen in der Familie verteilt

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Berlin Die Frage, ob er für ein traditionelles Familienbild stehe, wollte der Kandidat nicht beantworten. „Die alten Gefechte, die Frau in der Küche und der Mann draußen, das ist nicht mehr das Thema heute“, erklärte Paul Kirchhof bei der Vorstellung des Kompetenzteams stattdessen. Der Ex-Verfassungsrichter ist ein Vorkämpfer gegen die finanzielle Benachteiligung von Familien. Doch mit seinen Ideen über die Rollenverteilung von Müttern und Vätern steht der neue Kopf des Union-Wahlkampfs für ein traditionell-konservatives Familienbild und damit für andere Botschaften, als sie etwa die Fachfrau für Familie im Team, Ursula von der Leyen, verkörpert. Die Ministerin und siebenfache Mutter kam bei dem Auftritt gar nicht zu Wort.

Vor drei Jahren erläuterte Kirchhof öffentlich, was „Familienglück in einer wirklich gelebten, echten Gemeinschaft von Eltern und Kindern“ bedeute. Der katholische Jurist kam zu dem Schluss: „Die Mutter macht in ihrer Familie Karriere, die nicht Macht, sondern Freundschaft verheißt, nicht Geld, sondern Glück bringt.“ Für den männlichen Part in der Familie hatte der heutige Ministerkandidaten der Union andere Aufgaben parat: „Der Vater findet seine Identität, wenn er die ökonomischen Grundlagen der Familie beschafft und die Kinder in ihrer Zugehörigkeit zu Familie, Staat, marktwirtschaftlicher Ordnung, Kulturgemeinschaft und Kirche erzieht.“

Auch wandte sich Kirchhoff früh gegen rot-grüne Überlegungen, das Ehegattensplitting zu kürzen oder abzuschaffen und warf SPD und Grünen „Antifamilienpolitik“ vor. Die Koalition versuche, „die Ehe und die daraus erwachsende Kultur der Familien- und Hausgemeinschaft infrage zu stellen“, warnte er: „Das Steuerrecht soll als ein Instrument dienen, um Menschen in die Berufsarbeit zu drängen und von der Familienarbeit fern zu halten.“ Das Recht von Müttern auf Entfaltung im Beruf lag dem Juristen weniger am Herzen. Gegen die „Homoehe“ argumentierte er, sie sei „eine Perversion des Verfassungsauftrags“. Der Vater von vier Kindern warnte, mit dem Lebenspartnerschaftsgesetz gehe „ein ganz wesentliches Stück Liberalität verloren“. hmt

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