Politik : „Nicht so gut“

Zagrebs Beziehung zu Belgrad leidet am Kosovo

Sarah Kramer

Berlin - Kroatiens Außenminister Gordan Jandrokovic bedauert, dass die Beziehungen seines Landes zu Serbien derzeit „nicht so gut sind“. Nachdem Kroatien die frühere serbische Provinz Kosovo anerkannt hat, zog Serbien seinen Botschafter aus Zagreb ab. Die Länder unterhielten aber nach wie vor gute wirtschaftliche Beziehungen. „Die Anerkennung des Kosovo ist keine feindliche Handlung gegenüber Serbien“, beteuerte Jandrokovic im Gespräch mit dem Tagesspiegel am Sonntag. „Es ist die Anerkennung der Realität.“ Kroatien strebe gute Beziehungen mit dem Kosovo und Serbien an.

Weiter kündigte Jandrokovic an, dass Kroatien eine führende Rolle auf dem Balkan spielen will. „Unser Land ist der Beweis dafür, dass es sich lohnt, für die internationale Integration Reformen durchzusetzen“, sagte Jandrokovic. Die ehemalige Teilrepublik Jugoslawiens sei knapp neun Jahre nach der Unabhängigkeit ein sicheres, stabiles Land mit einer funktionierenden Marktwirtschaft, mit einem deutlichen Wirtschaftswachstum und ausländischen Investoren.

Die Nato hatte auf ihrem Gipfel Anfang April in Bukarest Kroatien zum künftigen Mitglied des Nordatlantikbündnisses erklärt. „Das waren historische Tage für Kroatien“, sagte der Außenminister. „Wir sind sehr zufrieden.“ Jandrokovic hofft, dass Kroatien auf dem Nato-Jubiläumsgipfel im kommenden Jahr in Straßburg und Kehl den Beitritt offiziell verkünden kann. Die Aufnahme von Staaten wie Albanien oder Kroatien in die Nato biete Südosteuropa die Chance auf Stabilität in der Region, sagte Jandrokovic. Der rasche Beitritt Mazedoniens zur Nordatlantik-Allianz sei dafür unabdingbar, sagte er. Die Nato hatte Mazedoniens Aufnahme nach einem Veto Griechenlands auf einen unbestimmten Termin verschoben. Die Griechen hatten den von Mazedonien präferierten künftigen Staatsnamen „Republik Mazedonien“ wegen seiner gleichnamigen nordgriechischen Provinz nicht akzeptieren wollen. „Ich hoffe, dass die beiden bald einen Kompromiss finden“, sagte der kroatische Außenminister. „Es ist wichtig für die Stabilität in der gesamten Region.“ Sarah Kramer

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