Politik : Nicht verzweifeln, CDU! (Glosse)

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"Guten Tag, mein Name ist Matthias, und ich verkaufe die neueste Ausgabe des Kontenfegers ..." Muss es so weit kommen, dass Schatzmeister Wissmann in der Berliner U-Bahn die sieben Millionen Miesen der CDU auszugleichen versucht? Wir meinen: nein. Wer Geld sucht, der findet auch welches. Freilich wird es nicht gelingen, einfach von jedem Mitglied zehn Mark einzuziehen, wie ein Parteifunktionär aus Vechta vorschlägt. Vielmehr ist Kreativität gefragt, offensives Fundraising, das beispielsweise bei jenen Prominenten ansetzen könnte, die Helmut Kohl Silvester am Brandenburger Tor als Anzahlung so demonstrativ zugejubelt haben - eine Benefiz-Saumagen-Gala mit dem Altkanzler in der neuen CDU-Zentrale würde mehr als nur Peanuts bringen für den guten Zweck. Dann eine Sonderausgabe der schönen TV-Show "Millionär gesucht" ausschließlich mit CDU-Mitgliedern als Kandidaten, und erst die Möglichkeiten des Sponsorentums: Wer würde nicht 10 000 Mark dafür geben, in der Präambel des nächsten Parteiprogramms genannt zu werden und mitzuerleben, wie Wolfgang Schäuble nach einer großen Rede auftragsgemäß Grüße an Onkel Fritz und Tante Martha übermittelt? "Dieser Parteitag wurde Ihnen präsentiert vom Liechtensteiner Bankenverband" - auch ganz gut. Nur Bandenwerbung geht wohl jetzt nicht. Das klänge einfach zu zweideutig.

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