Politik : Niederlage für Berlusconi bei Regionalwahlen

Paul Kreiner

Rom - Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi muss sich auf eine schwere Niederlage einstellen. Bei den „Landtagswahlen“ in 13 von 20 Regionen hat er ersten Hochrechnungen zufolge vier oder fünf Regionen verloren. Der Wahlausgang im besonders wichtigen Latium mit der Hauptstadt Rom war bis zum späten Montagabend noch offen. Hier zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Mitte-Links-Opposition ab, die von Romano Prodi angeführt wird.

Bestätigen sich die ersten Schätzungen, dann wäre der Sieg der Opposition mehr als doppelt so hoch  ausgefallen wie von ihr selbst erhofft. Die in Prodis „Union“ nur mühsam zusammengeschlossenen Kräfte – von der zentristischen „Margerite“ über die starken Linksdemokraten bis hin zu den Grünen und den beiden kommunistischen Parteien – hatten maximal die Eroberung von zwei Regionen erwartet. Das Votum galt in der Opposition nicht nur als Kräftemessen gegenüber der Regierung, sondern auch als Test für Prodi, der trotz seiner offiziellen Vormann- Rolle keine Hausmacht hat und erst vor kurzem nach seinen fünf Brüsseler Jahren nach Italien zurückgekehrt ist.

Berlusconis Vier-Parteien-Koalition hat praktisch nur ihre zwei Hochburgen, die  wirtschaftlich stärksten „Länder“ behalten: die Lombardei mit dem Ballungsraum Mailand und Venetien. An die Opposition gefallen sind die kriselnde Fiat-Region Piemont mit der Hauptstadt Turin – das lässt womöglich auf ein großes Unbehagen der Wähler mit der Wirtschaftspolitik der Regierung schließen –, das überalterte, von Abwanderung gezeichnete Ligurien mit der Hauptstadt Genua, die zentrale Region Abruzzen und das wirtschaftlich Not leidende, mafiageplagte Kalabrien.

Dagegen haben die traditionellen Länder der linken Opposition nie gewackelt: Toskana, Umbrien, die Emilia Romagna mit der roten Universitätsstadt Bologna, die Marken und Neapel/Kampanien mit dem beliebten „Ministerpräsidenten“ Antonio Bassolino.

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