NIEDERLANDE : Nachrichtensperre

Wenn ein niederländischer Soldat in einem Einsatzgebiet fällt, wird dort sofort ein sogenannter „Black-Hall-Prozess“ eingeleitet. Das heißt, dass alle Kommunikationsverbindungen in die Niederlande – Telefon, Internet, E-Mail – gekappt werden. Nur der jeweilige Kommandant hält den Kontakt nach Den Haag. Von dort informieren psychologisch geschulte Helfer die Angehörigen. Erst wenn die Familie informiert ist, wird die Nachrichtensperre aufgehoben. „Uns ist es ganz wichtig, dass die Familie zuerst informiert wird und es nicht aus den Medien erfährt“, sagt Marloes Visser von der Informationsabteilung „Auslandsoperationen“ des niederländischen Verteidigungsministeriums in Den Haag. Bei der Trauerzeremonie ist nur ein Fernsehteam zugelassen, das die Bilder an alle anderen Sender liefert, um den Medienandrang zum Schutz der Familie so gering wie möglich zu halten. 2003 wurde in Hattem in Limburg das „Monument für Friedensoperationen“ enthüllt, das unter anderem auf Gedenktafeln die Namen aller niederländischen Soldaten vermerkt, die seit dem Korea-Krieg in Friedensmissionen gefallen sind. R. B.

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