Niedersachsen : David McAllister folgt Christian Wulff

Nach 14 Jahren Amtszeit tritt Christian Wulff als CDU-Landesvorsitzender zurück. Der Neue ist David McAllister. Sein Vorhaben: Menschen mit ausländischen Wurzeln künftig besser zu integrieren.

David McAllister
Der alte und der neue CDU-Landesvorsitzende: Christan Wulff und David McAllister. -Foto: dpa

CelleAuf einem Parteitag in Celle erhielt der 37-jährige Chef der CDU-Landtagsfraktion David McAllister 98,9 Prozent der Stimmen. Christian Wulff, Niedersachsens Ministerpräsident, hatte im April überraschend seinen Rückzug von der Spitze des mit rund 75.000 Mitgliedern zweitgrößten CDU-Landesverbands angekündigt. Als CDU-Bundesvize will sich der 48-Jährige künftig stärker in Berlin engagieren.

Wulff bezeichnete Erneuerung für den Erfolg einer politischen Partei als unverzichtbar. "Ich bin gern neun Jahre Fraktionsvorsitzender gewesen, 14 Jahre Parteivorsitzender und ich bin begeistert Ministerpräsident für unser Land und möchte das auch ganz lange Zeit noch bleiben", sagte er. "Aber ich wollte nie dienstältester Landesvorsitzender bleiben", begründete Wulff seinen Rückzug.

McAllister setzt auf Integration

Der neue CDU-Landeschef McAllister kündigte an, in der Niedersachsen-CDU künftig stärker auf Menschen mit ausländischen Wurzeln zu setzen. Die Partei müsse sich für Minderheiten weiter öffnen, sagte McAllister, der schottische Wurzeln hat. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und rückläufiger Wahlbeteiligung sei die stärkere Integration von Ausländern der richtige Schritt.

Wulff bezeichnete den Kampf gegen eine linke Mehrheit in Bund und Ländern als eine der zentralen politischen Aufgaben der CDU. Mit Blick auf die Partei Die Linke forderte er die SPD auf, ihren "Schleuderkurs" aufzugeben. "Ich mache mir große Sorgen darüber, dass die Volkspartei Sozialdemokratie bei dieser Auseinandersetzung derzeit offensichtlich ausfällt. (...) Die Linken sind Radikale, Feinde unserer sozialen Marktwirtschaft."

SPD-Parteichef Kurt Beck habe zwar immer wieder betont, eine Zusammenarbeit mit der Linken komme nicht infrage. Dennoch habe die SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan, mehrfach angekündigt, auch um die Stimmen der Linken werben. "Ich möchte, dass wir einen so beliebten und hoch kompetenten Bundespräsidenten wie Horst Köhler behalten können", sagte Wulff. Die Linke dürfe in den Parlamenten auf Dauer keinen entscheidenden Einfluss bekommen. (mpr/dpa)

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