Politik : Niedrigste Wahlbeteiligung seit 1990 in Thüringen

Matthias Schlegel

Berlin/Erfurt - Mit 42,3 Prozent die niedrigste Wahlbeteiligung in Thüringen seit der Wiedervereinigung – das ist eines der markantesten Ergebnisse der Kommunalwahl vom Sonntag im Freistaat. Trotz leichter Verluste konnte die CDU bei der Wahl der Oberbürgermeister und Landräte ihre führende Position behaupten. Für CDU- Kandidaten stimmten 41,4 Prozent der Wähler, für die der SPD 25,7 Prozent. Linkspartei-Bewerber erhielten 17,8 Prozent.

In der Landeshauptstadt Erfurt konnte im ersten Wahlgang kein Nachfolger des seit 1990 amtierenden und jetzt ausscheidenden CDU-OB Manfred Ruge ermittelt werden. Die meisten Stimmen entfielen auf den CDU-Kandidaten Dietrich Hagemann, bisheriger Stellvertreter Ruges. Erst zur Stichwahl am 21. Mai wird auch die Besetzung der Oberbürgermeisterposten in den kreisfreien Städten Weimar, Jena, Gera und Eisenach entschieden.

In Suhl wurde der CDU-Amtsinhaber Martin Kummer abgewählt: Der Einzelbewerber Jens Triebel erhielt 52,7 Prozent der Stimmen, Kummer nur 21,2 Prozent und die wegen ihrer früheren IM-Tätigkeit umstrittene PDS-Bewerberin und Landtagsabgeordnete Ina Leukefeld 20,5 Prozent. In Suhl war die Wahlbeteiligung am höchsten: 52,1 Prozent.

Auch in sechs der 17 Landkreise – in einem war bereits im Januar gewählt worden – sind Stichwahlen erforderlich. Das beste Ergebnis erzielte im traditionell schwarzen Eichsfeldkreis Werner Henning (CDU) mit 74,3 Prozent der Stimmen. Erfolgreichster Landratskandidat für die SPD war Harald Zanker im Unstrut-Hainich-Kreis (72,3 Prozent). Der wegen Stasi-Mitarbeit in die Kritik geratene Landratskandidat und Landtagsabgeordnete Frank Kuschel (PDS) kam in Gotha auf den dritten Rang, doch auch dort wird die Entscheidung erst in der Stichwahl fallen. In den kreisangehörigen Gemeinden stellen Einzelbewerber oder Vertreter lokaler Bündnisse 37, die CDU 31, die SPD 17, die FDP drei und die PDS zwei Bürgermeister. In 26 Gemeinden sind Stichwahlen nötig.

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