NIEMALS NORDKOREA : NIEMALS NORDKOREA

Es gibt Grenzen – auch was das Überschreiten von selbigen angeht. Meine persönliche deckt sich mit der von Nordkorea. Dabei würde ich da gerne mal hin. Ich mag Abseitiges und Obskures, und die Bilder, die es aus diesem Land gibt, und die Geschichten, die man von dort hört, sind so fremd und surreal, dass mich stets ein Gefühl von Entdeckerlust überfällt. Hingefahren bin ich aber noch nicht und werde es wohl auch so schnell nicht tun.

Das Problem ist weniger das Regime, das man durch einen Besuch zwangsläufig alimentiert. Ich war auch schon in anderen Ländern, mit deren politischer Führung niemand einverstanden sein kann. Das Problem ist auch nicht die krasse Armut. Auf diversen Rucksackreisen habe ich viel Elend gesehen, ohne mich dabei jemals so geschämt zu haben, dass mir das Unterwegssein unerträglich wurde. Das Problem mit Nordkorea ist, dass es nicht möglich ist, sich in dem Land ohne permanente Beaufsichtigung zu bewegen. Das ist lästig, aber schlimmer ist, dass dadurch die Nordkoreaner zu Statisten in einem fremdsprachigen Film ohne Untertitel degradiert werden. Und ohne die Möglichkeit zur Rückkopplung ist das Bestaunen von Kuriosem oder vermeintlich Kuriosem keine Reise, sondern ein Besuch im Menschen-Zoo. Dafür würde ich mich schämen.Moritz Honert

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