Nigeria : Armee befreit 178 Geiseln

Im Kampf gegen Boko Haram hat die nigerianische Armee einen Erfolg erzielt: Sie befreite 178 Menschen aus den Fängen der Extremistenorganisation. Die vor mehr als einem Jahr verschleppten Schülerinnen aus Chibok waren jedoch nicht darunter.

Gemeinsam mit Soldaten aus mehreren anderen westafrikanischen Ländern geht das nigerianische Militär gegen die islamistische Boko Haram vor.
Gemeinsam mit Soldaten aus mehreren anderen westafrikanischen Ländern geht das nigerianische Militär gegen die islamistische Boko...Foto: dpa

Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben 178 Menschen aus den Händen von Boko Haram befreit. Unter den befreiten Geiseln seien 101 Kinder, berichtete die nigerianische Zeitung „This Day“ am Montag. Nigeria geht gemeinsam mit anderen westafrikanischen Ländern gegen die islamistische Terror-Gruppe vor. In der vergangenen Woche hatten die Länder zudem eine internationale Sondereingreiftruppe gegründet, die effizienter sein soll als die bisherige Militärkoalition.

Die Befreiung der Geiseln erfolgte nach Armee-Angaben im nördlichen Bundesstaat Borno, der Hochburg von Boko Haram. Die Schülerinnen von Chibok waren nicht unter den Freigelassenen. Aus dem Ort hatten die Terroristen im April 2014 mehr als 270 Mädchen aus einem Internat verschleppt. Von den meisten fehlt jede Spur.


Bei der Befreiung der 178 Geiseln wurde laut dem Zeitungsbericht auch ein Anführer der Islamisten festgenommen. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari hatte am Wochenende versprochen, Boko Haram bis etwa Ende des Jahres zu besiegen. Die Gründung und der Einsatz der Spezialtruppe (MNJTF) würden bald Früchte tragen, sagte der seit Ende Mai amtierende Buhari bei einem Besuch im Nachbarland Benin.

Der Sondereingreiftruppe gehören den Planungen zufolge 8.700 Soldaten aus Nigeria, Kamerun, Niger, Benin und dem Tschad an. Nach Erfolgen der regionalen Militärkoalition im Norden Nigerias häufen sich Boko-Haram-Anschläge in den Nachbarländern Niger und Tschad. Insgesamt hat die Terrorgruppe in den vergangenen Jahren schätzungsweise 13.000 Menschen getötet. Laut Amnesty International haben die Islamisten seit 2014 etwa 2.000 Mädchen und Frauen verschleppt.



Doch auch dem nigerianischen Militär werfen Menschenrechtler immer wieder Verbrechen vor. Im Kampf gegen Boko Haram sollen sie Menschen foltern und ermorden. So sollen Soldaten nach Berichten von Amnesty 1.200 Personen außergerichtlich hingerichtet und etwa 20.000 Menschen willkürlich verhaftet haben. Etwa 7.000 Menschen starben demnach in Militär-Gewahrsam. (epd)

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