Nigeria : Steinmeier bestätigt Entführung zweier Bauingenieure

Neben den drei verschleppten Bergsteigern in der Osttürkei bemüht sich das Auswärtige Amt nun auch um die Freilassung von zwei in Nigeria entführten deutschen Ingenieuren. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigte die Geiselnahme.

Berlin/Lagos Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat die Entführung von zwei Deutschen in Nigeria bestätigt. Er gehe davon aus, dass es neben der Geiselnahme in der Türkei einen weiteren Entführungsfall gebe, sagte er am Samstag dem Fernsehsender n-tv. Dabei handle es sich um zwei Mitarbeiter eines deutschen Bauunternehmens. "Leider muss ich bestätigen, dass auch wir davon ausgehen, dass es einen weiteren Entführungsfall in Nigeria gibt - dass zwei deutsche Staatsangehörige, Mitarbeiter eines deutschen Bauunternehmens, in Nigeria entführt worden sind." Der Krisenstab im Auswärtigen Amt habe seine Bemühungen aufgenommen, um das Schicksal der Entführten zu klären. "Wir bemühen uns um eine Freilassung."

Nach Angaben des Mannheimer Baukonzerns Bilfinger Berger werden zwei deutsche Ingenieure des Tochterunternehmens Julius Berger Nigeria vermisst. Die nigerianischen Sicherheitskräfte verstärkten ihre Suche nach den Entführern. "Wir suchen intensiv nach den Entführern, um die Freilassung der Deutschen zu erwirken", sagte Polizeisprecherin Rita Abbey. Ihren Angaben zufolge wurden die Geiseln von der Hafenstadt Port Harcourt aus aufs Meer gebracht. Sie nannte zudem Einzelheiten zu den Umständen der Geiselnahme. Demnach wurde ein Soldat angeschossen, als die Entführer die beiden Deutschen in ihre Gewalt brachten. Einen Bericht der örtlichen Presse, wonach der Soldat getötet worden sei, konnte sie zunächst nicht bestätigen.

Bereits im März war ein Mitarbeiter derselben Firma in Nigeria entführt worden. Er hatte ein Straßenbauprojekt inspiziert. Unbekannte Entführer verschleppten ihn in Port Harcourt. Nach etwa zwölf Stunden wurde er aus der Geiselhaft entlassen. Nach Angaben von Bilfinger Berger wurde kein Lösegeld gezahlt. Nigeria ist der größte Ölproduzent Afrikas. In den vergangenen Jahren wurden im Niger-Delta mehrfach Mitarbeiter ausländischer Firmen und Einheimische entführt. Meist wurden sie gegen Lösegeld unverletzt wieder freigelassen. (nim/dpa/AFP)

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