Politik : Nobelpreis für Physik an Deutschen

Paul Janositz

Stockholm/München - Der deutsche Wissenschaftler Theodor Hänsch (63) erhält den diesjährigen Nobelpreis für Physik. Der Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München teilt sich die eine Hälfte der Preissumme von knapp 1,1 Millionen Euro mit dem US-Forscher John Hall (71), Universität in Colorado. Die andere Hälfte geht an dessen Landsmann Roy Glauber (80) von der Harvard-Universität.

Die Wissenschaftler werden für Arbeiten auf dem Gebiet der Quantenoptik ausgezeichnet. Grundlage dieser Forschung ist die Doppelnatur des Lichts, das sich als elektromagnetische Welle wie auch als Strom von Teilchen (Photonen) beschreiben lässt.

Das theoretische Fundament habe Glauber gelegt, die Arbeiten von Hänsch und Hall hätten zu konkreten Anwendungen geführt, erklärte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm. Hänsch ist der 24. deutsche oder deutschstämmige Forscher, der den Physik-Nobelpreis erhält – zuletzt war es 2001 Wolfgang Ketterle.

Hänsch und Hall werden nach Angaben des Nobelpreiskomitees „für ihre Beiträge zur Entwicklung der auf Laser gegründeten Präzisionsspektroskopie“ geehrt. Im Zentrum steht der von Hänsch entwickelte „optische Frequenzkamm“, eine Apparatur, mit der die Zahl von Lichtschwingungen pro Sekunde gezählt werden kann. Frequenzen lassen sich mit einer Unsicherheit von wenigen Millionsteln eines Milliardstels messen.

Dies kann bald zu praktischen Anwendungen führen, zu Atomuhren etwa, die in rund 30 Milliarden Jahren nur eine Sekunde falsch gehen und somit tausend Mal genauer ticken als gebräuchliche Modelle. Die Breitbandkommunikation kann verbessert und Navigationstechnik per GPS präzisiert werden.

– Seiten 3, 27 und Meinungsseite

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