Politik : Noch im Herbst stand die Regierung auf der Kippe - inzwischen geht es steil aufwärts

Im Herbst hat es in der SPD wegen der Krise der Partei nach dem Rücktritt von Oskar Lafontaine nach Angaben von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) Zweifel am Bestand der rot-grünen Koalition gegeben. In einem "Stern"-Interview sagte Eichel: "Wir wussten im Herbst nicht, ob wir die Wahlperiode zu Ende bringen. Da waren wir nicht weit davon entfernt, die Macht zu verlieren."

Die Verarbeitung des Lafontaine-Rücktritts sei heftig gewesen "und ging bis an den Punkt, wo jeder von uns mal richtig in den Abgrund gesehen hat", sagte Eichel, der seit dem Parteitag vom Dezember auch dem SPD-Präsidium angehört. Inzwischen habe die Partei dies aber weitestgehend verarbeitet und innere Stabilität zurückgewonnen.

Lafontaine war im März überraschend von seinen Ämtern als Bundesfinanzminister und SPD-Chef zurückgetreten. Das hatte in der Partei eine heftige Diskussion ausgelöst, ob der von Lafontaine verfolgte oder der von Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeschlagene Kurs der richtige sei. Zudem erlitt die SPD bei allen Landtagswahlen in diesem Jahr zum Teil drastische Verluste, was für Unruhe in der Partei sorgte.

Seit einigen Wochen ist die SPD aus dem Popularitätstief heraus. In einer am Montag veröffentlichten Forsa-Umfrage lag die CDU in der Wählergunst erstmals seit Januar wieder unter der SPD. Nur noch 38 Prozent der 1504 Befragten würden der Union ihre Stimme geben, wenn an diesem Sonntag Bundestagswahlen wären, im November waren es noch 46 Prozent.

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