• Nord- und Südkorea verhandeln: Pjöngjang erklärte sich zuvor zu "umfassendem Krieg" bereit
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Nord- und Südkorea verhandeln : Pjöngjang erklärte sich zuvor zu "umfassendem Krieg" bereit

Vertreter von Süd- und Nordkorea verhandeln im Grenzort Panmunjom. Zuvor hatte Pjöngjang am Samstag mitteilen lassen, man schließe einen einen umfassenden Krieg nicht aus.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte am Freitag die Grenztruppen in Gefechtsbereitschaft versetzt.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte am Freitag die Grenztruppen in Gefechtsbereitschaft versetzt.Foto: dpa

Nach den zunehmenden militärischen Spannungen zwischen Nord- und Südkorea haben ranghohe Vertreter aus beiden Ländern einen Versuch zur Beruhigung der Lage unternommen. Im Grenzort Panmunjom begannen am Samstag kurz nach Ablauf eines Ultimatums Nordkoreas zur Einstellung von Propaganda-Beschallung aus dem Süden Gespräche zwischen Gesandten aus dem Norden und dem Süden. Experten warnten jedoch vor zu hohen Erwartungen hinsichtlich eines tragfähigen Kompromisses.

Eine Sprecherin des Präsidentenbüros in Seoul sagte der Nachrichtenagentur AFP, an dem Treffen in Panmunjom würden vier hochrangige Beamte teilnehmen. Seoul wurde demnach von dem für Wiedervereinigung zuständigen Minister Hong Young Pyo und dem Leiter des Büros für Nationale Sicherheit, Kim Kwan Jin, vertreten. Pjöngjang entsandte demnach den ranghöchsten politischen Militärvertreter Hwang Pyong So, der als Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un gilt. Daneben nahm der Generalsekretär der Arbeiterpartei, Kim Yong Gon, an den Gesprächen teil, der für die Beziehungen zum Süden zuständig ist.

Nach Angaben des Präsidentenbüros in Seoul beantragte Pjöngjang die Gespräche in Panmunjom, obwohl der Norden seine Kriegsrhetorik und militärische Gefechtsbereitschaft in den vergangenen Tagen verschärft hatte. Kim Kwan Jin und Hwang Pyong So waren zuletzt im Oktober zu Gesprächen in Südkorea zusammengekommen. Zwar endeten die Verhandlungen mit der Einigung, den Dialog auf ranghoher Ebene fortzusetzen, was allerdings bislang nicht geschah.
Nach dem Feuerwechsel zwischen Artillerieeinheiten beider koreanischer Staaten hatte Nordkorea zunächst seinen Ton verschärft und dem Nachbarn mit einem neuen Krieg gedroht. Die Armee und die Bevölkerung seien nicht nur bereit zur Vergeltung, sondern "schließen unter Einsatz ihres Lebens einen umfassenden Krieg nicht aus", hieß es in einer am Samstag von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang. Die Lage sei "schwerlich kontrollierbar".

Pjöngjang hatte Seoul ultimativ aufgefordert, bis zum Samstag seine Propaganda an der Grenze zu beenden. Nordkorea fühlt durch von der Lautsprecher-Propaganda gestört, die Südkorea nach neuen Spannungen wieder aufgenommen hatte. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte am Freitag die Grenztruppen in Gefechtsbereitschaft versetzt und einen "Quasi-Kriegszustand" für die Frontlinie ausgerufen. Am Donnerstag kam es zu einem Schusswechsel zwischen Artillerieverbänden. Seoul gibt dem Regime in Pjöngjang die Schuld dafür.

Es gebe Hinweise, dass Nordkorea Vorbereitungen für etwaige Militärschläge treffe, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärs. Weitere Artilleriegeschütze seien nördlich der demilitarisierten Zone aufgestellt worden. (AFP/dpa)


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