Nordafghanistan : Bundeswehr übernimmt Schnelle Eingreiftruppe

Heute übernimmt die Bundeswehr die Organisation der Schnellen Eingreiftruppe, die im Norden Afghanistans als "eine Art Feuerwehr" agiert. Norwegen, das seine Soldaten dort bisher stationiert hatte, zieht seine Männer aus der Truppe ab.

Schnelle Eingreiftruppe Foto: dpa
Die Jungs von der Schnellen Eingreiftruppe. -Foto: dpa

BerlinDie Bundeswehr übernimmt am Montag die Schnelle Eingreiftruppe (Quick Reaction Force - QRF) im nordafghanischen Masar-i-Scharif. Die Übergabe von Norwegen an Deutschland wird um 19 Uhr am Abend bei einer Zeremonie stattfinden, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam.

Etwa 200 deutsche Soldaten gehören zu der Truppe. Aufgabe der QRF-Soldaten ist es nach den Worten des deutschen Isaf-Stabschefs Hans-Lothar Domröse, in "einer bereits bestehenden Krise mit oder ohne Waffeneinsatz als eine Art Feuerwehr" zu agieren.

Zuvor hatte er über die bereits in Aussicht gestellten zusätzlichen Verbände hinaus weitere deutsche Soldaten für den Einsatz in Afghanistan gefordert: "Die Isaf-Nationen müssen sich darauf einstellen, zur Sicherstellung der Wahlen 2009 weitere Schutzkräfte zu schicken", sagte Domröse der Zeitung "Die Welt". Bei unverändertem Auftrag ergäbe das rein rechnerisch etwa 1000 Soldaten.

Jung kündigt mehr Soldaten an

Im Herbst 2009 finden dem Blatt zufolge in Afghanistan Präsidentschaftswahlen statt. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte vergangene Woche angekündigt, die Obergrenze für die Bundeswehr im neuen Isaf-Mandat von derzeit 3500 auf 4500 Soldaten anheben zu wollen.

Domröse begrüßte diesen Vorstoß, mahnte aber eine "intelligente Truppeneinteilung" an. So sei die Sicherheitslage im Norden an einigen Stellen angespannt. Als Beispiel nannte Domröse die Gegend um Kundus.

Die radikalislamischen Taliban hätten eine neue Strategie und setzten in diesem Jahr verstärkt auf Selbstmordattentate, sagte Domröse. "Die Taliban wissen, dass sie uns im direkten Kontakt und in geschlossenen Formationen nicht schlagen können. Daher haben sie ihre Taktik geändert und versuchen jetzt mit punktuellen Angriffen Terror zu verbreiten", sagte er. (mpr/ddp/AFP)

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