Nordirak : Erneut Christ in Mossul ermordet

Die Gewalt in der nordirakischen Stadt Mossul gegen Angehörige der christlichen Minderheit nimmt dramatische Ausmaße an. In den vergangenen Wochen sollen bereits zwölf Christen von Unbekannten ermordet worden sein.

BagdadNach Informationen der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak wurde am Sonntag ein christlicher Ladenbesitzer in seinem Geschäft erschossen. Die Polizei in Mossul erklärte, die Regierung habe inzwischen zwei zusätzliche Brigaden zum Schutz der Christen nach Mossul geschickt.

Mossul war in den vergangenen Tagen Schauplatz einer Gewaltwelle gegen die dort lebenden Christen. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden binnen zwei Wochen mindestens zwölf Christen von Unbekannten ermordet; fast tausend Familien flüchteten aus der Stadt in die umliegenden Dörfer. Das irakische Innenministerium beorderte zum Schutz der Christenviertel und Kirchen rund 900 Polizisten nach Mossul. Die 370 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Stadt ist eine der Hochburgen des Terrornetzwerkes Al Qaida und gilt als eine der gefährlichsten Regionen des Landes. Die US-Truppen nahmen am Montag nach eigenen Angaben in Mossul vier mutmaßliche Terroristen fest, die an Angriffen auf Soldaten beteiligt gewesen sein sollen.

Die Uno verurteilt die Anschläge

Die Uno hat die eskalierende Gewalt gegen Christen scharf verurteilt. Vor allem der Anstieg der Gewalttaten gegen christliche Gläubige sei beunruhigend, heißt es in einer am Montag in Bagdad veröffentlichten Erklärung des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura. Die Ermordung von Zivilisten werde scharf verurteilt. "Diese Taten zielen darauf ab, Spannungen zu schüren und die Instabilität in einem kritischen Moment zu erhöhen", erklärte de Mistura weiter.

Die regierungsnahe irakische Tageszeitung "Al-Sabah" berichtete am Montag, US-Außenministerin Condoleezza Rice werde demnächst wieder in Bagdad erwartet. Ziel ihres Besuches sei es, die letzte Hürde auf dem Weg zur Unterzeichnung eines langfristigen Sicherheitsabkommens zwischen beiden Staaten zu überwinden. Das Abkommen soll nach dem Ablauf des UN-Mandates für die ausländischen Truppen im Irak die Bedingungen für die weitere Präsenz der US-Truppen regeln. (sba/dpa/AFP)

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