Nordirak : Türkische Truppen rücken auf PKK-Hauptquartier vor

Die türkische Armee setzt den Einsatz im Nordirak unbeirrt fort. Jetzt haben die Militärs das mutmaßliche Hauptquartier der kurdischen Arbeiterpartei PKK im Visier.

Tuerkei
Einsatz im Schnee: Die türkischen Truppen versuchen sich zu tarnen. -Foto: dpa

Istanbul Türkische Truppen sind bei ihrer Offensive im Nordirak weiter auf das mutmaßliche Hauptquartier der Kurdischen Arbeiterpartei PKK in den Kandil-Bergen vorgerückt. Die türkische Luftwaffe habe den Vormarsch der Bodentruppen am Montag mit neuen Angriffen unterstützt, berichteten türkische Medien. Nach Angaben der irakischen Kurden gab es neue schwere Kämpfe zwischen türkischen Soldaten und der PKK in der Nähe des Zab-Flusses. Beide Seiten machten keine Angaben dazu, wie weit die türkischen Truppen schon auf irakisches Gebiet vorgedrungen waren.

"Wir wiederholen, dass sich die Bodenoffensive nur gegen die PKK richtet und unsere Truppen in die Türkei zurückkehren, sobald der Einsatz sein Ziel erreicht hat", sagte der türkische Regierungssprecher Cemil Cicek. Der türkische Generalstab hatte die irakischen Kurden am Sonntag gewarnt, die als Terrororganisation eingestufte PKK nicht zu unterstützen und PKK-Kämpfern keinen Unterschlupf zu gewähren.

Schiiten-Prediger fordert Truppenabzug

Am Sonntag kehrten erste Soldaten nach einem Einsatz im Irak in einem Konvoi aus etwa 100 Fahrzeugen in die Türkei zurück. Nach türkischen Angaben sind bei den Kämpfen seit Donnerstag mindestens 112 PKK- Mitglieder und 15 Soldaten getötet worden. Die PKK erklärte, die Zahl der Toten in ihren Reihen sei deutlich geringer.

Die kurdische Nachrichtenagentur Peyamner, die ihren Sitz in der nordirakischen Stadt Erbil hat, meldete, die PKK habe in dem Gebiet am Zab-Fluss 24 türkische Soldaten getötet. Den türkischen Truppen sei es nicht gelungen, alle Leichen zu bergen, da sie von den PKK-Kämpfern mehrfach zurückgedrängt worden sei. Aus einem anderen grenznahen Gebiet meldete Peyamner eine Luftlandeoperation der türkischen Armee. Diese habe 300 Fallschirmspringer abgesetzt, die sich nun heftige Gefechte mit den PKK-Milizionären lieferten.

Der radikale irakische Schiiten-Prediger Muktada al-Sadr tritt für einen Abzug der türkischen Truppen aus dem Irak ein. "Wir fordern von unserem Nachbarland Türkei, von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und von dem türkischen muslimischen Volk, dass sie sich für Frieden und Stabilität in der Region einsetzen", hieß es in einer Erklärung Al-Sadrs. (ae/dpa)

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