Politik : Nordirland-Konflikt: 21-jähriger Protestant bei Schießerei in Belfast getötet

Martin Alioth

Trotz verstärkter Präsenz der britischen Armee und der nordirischen Polizei gehen die Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden protestantischen Gruppen in Nordirland weiter. In der Nacht zum Donnerstag wurde ein 21-jähriger Mann in seinem Privathaus in Belfast vor den Augen seiner Partnerin und seiner einjährigen Tochter erschossen. Dem Ermordeten werden Verbindungen zur "Ulster Volunteer Force" (UVF) nachgesagt. Die UVF hatte am Montag zwei Männer ermordet. Nachdem die "Ulster Freedom Fighters" (UFF) dafür einen Vergeltungsanschlag angedroht hatten, lasten die Behörden das jüngste Attentat dieser protestantischen Gruppe an. Bislang bekannte sich aber niemand zu dem Mord an dem 21-Jährigen. Die Polizei nahm unterdessen sechs Menschen fest und beschlagnahmte Waffen.

Appelle von Politikern und Geistlichen, dass sich die verfeindeten Gruppen auf einen gemeinsamen Vermittler einigen, liefen ins Leere. Ein Abflauen der Spannungen ist daher nicht abzusehen. Die Wohnbaubehörde Nordirlands meldete am Mittwoch, zwanzig Familien aus dem Belfaster Shankill Bezirk seien inzwischen durch Einschüchterung und Gewalt aus ihren Wohnhäusern vertrieben worden. Dem Vernehmen nach handelt es sich mehrheitlich um Sympathisanten der UVF. Gelegentlich werden auch außerhalb von Belfast Übergriffe gemeldet. So wurde die Glaserei eines mit der UVF liierten Gemeinderates in Ballymena von Unbekannten in Brand gesteckt.

In Zusammenhang mit der Bluttat vom Montag war am Dienstagabend der protestantische Milizenführer Johnny Adair festgenommen worden. Adair soll der Polizei zufolge eine maßgebliche Rolle bei der Provokation von Zusammenstößen gespielt haben.

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