Politik : Nordirland: Todesopfer im Konflikt zwischen radikalen Protestanten

ali

Der Konflikt zwischen verfehdeten protestantischen Untergrundorganisationen in Nordirland hat zwei Todesopfer gefordert: Am Montagmittag wurde ein Mann vor einem Buchmachergeschäft in der Belfaster Crumlin Road erschossen, ein zweiter Mann wurde mit schweren Bauchverletzungen ins Krankenhaus gebracht und erlag wenig später seinen Verletzungen. Unmittelbar nach dem Attentat erschien der Chef der Belfaster Sektion der "Ulster Freedom Fighter" (UFF), Johnny Adair, in Begleitung eines politischen Repräsentanten seiner Organisation am Tatort.

Die beiden waren offensichtlich sehr erregt und bezeugten, bei einem der Ermordeten habe es sich um einen ihrer Anhänger gehandelt, einen "Sozialarbeiter", wie sie sagten, der sich um die Familien protestantischer Ex-Häftlinge bemühte. Diese Angaben erlaubten den Rückschluss, dass es sich bei den Tätern um Vertreter der "Ulster Volunteer Force" (UVF) gehandelt haben muss, die sich für die Tätlichkeiten der UFF am Samstag rächten. Kurz darauf kamen Eilmeldungen über ein weiteres Attentat vor dem Büro der "Ulster Democratic Party"(UDP), die für die UFF und die mit ihr identische "Ulster Defence Association" auftritt.

Schießereien und Überfälle auf Privathäuser von UVF-Mitgliedern hatten am Samstagabend die Spannungen zwischen rivalisierenden Kommandos an der Shankill Road schlagartig erhellt. Jetzt, wo erste Todesfälle zu beklagen ist, befürchten manche eine Reihe von Vergeltungsschlägen. Die bereits begonnene Debatte über die Glaubwürdigkeit protestantischer Waffenstillstände wird dadurch Dringlichkeit erhalten.

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