Nordkaukasus : Rebellen nehmen 15 Zivilisten als Geisel

Die Gewalt im russischen Nordkaukasus flammt erneut auf: In Inguschetien und Tschetschenien kam es zu Übergriffen von vermutlich islamistischen Rebellen. Die Befürchtungen wachsen, dass die Unabhängigkeitsbestrebungen in der Region wieder stärker werden.

MoskauIn Russland sind in der Konfliktregion Nordkaukasus bei Angriffen vermutlich islamistischer Rebellen bis zu 15 Menschen als Geiseln genommen und mindestens acht Polizisten bei Minenexplosionen verletzt worden. Bewaffnete und maskierte Männer verschleppten in Inguschetien bis zu 15 Zivilisten, wie das Innenministerium der Teilrepublik am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte. In der Teilrepublik Tschetschenien seien acht Polizisten während Einsätzen in Wohnhäusern bei Explosionen von zwei Minen verletzt worden. Die Zwischenfälle hatten sich den Angaben zufolge am späten Donnerstagabend ereignet.

Im Nordkaukasus hatte die Gewalt zwischen Rebellengruppen und Einheiten von Armee und Polizei zuletzt deutlich zugenommen. Besonders betroffen ist die russische Teilrepublik Inguschetien. Seit Russland die von Georgien abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien Ende August anerkannt hat, wachsen im gesamten Kaukasus Befürchtungen, dass auch in anderen Regionen wie Dagestan und Inguschetien Unabhängigkeitsbestrebungen wieder stärker werden. Menschenrechtler beklagen, dass keine unabhängige Berichterstattung aus der Region möglich ist. (ut/dpa)

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