Politik : Nordkorea: Flucht vor dem Hunger

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Nordkorea leidet unter der schlimmsten Dürre seit fast 300 Jahren. Bis zu 350 000 Menschen befänden sich auf der Flucht in die Berge Chinas und in die Mongolei, berichteten Nachrichtenagenturen am Donnerstag. Angesichts der Hungerkatastrophe hat das Bundesministerium für Entwicklungshilfe fünf Millionen Mark zusätzlich als Nahrungsmittelhilfe bewilligt.

"Die Nahrungsmittelproduktion droht wegen der Jahrhundertdürre zusammenzubrechen", sagte Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) am Freitag in Berlin. Auch die umstrittene Lieferung von 18 000 Tonnen Rindfleisch, die im Zuge der BSE-Krise nach Nordkorea gebracht werden sollen, droht sich weiter zu verzögern: Nach Auskunft der Bundesregierung kann Nordkorea das Fleisch wegen der Krise nicht ausreichend kühlen.

Die Staatsmedien des kommunistischen Landes berichteten, der Anbau auf mehreren Hunderttausend Hektar Ackerland sei durch hohe Temperaturen und wenig Regen bereits vernichtet. Landesweit stünden zahlreiche Wälder in Flammen. Die Krise sei derart schlimm, dass Meerwasser in die Flüsse gepumpt worden sei.

Seit den verheerenden Dürren 1995 und 1996 ist Nordkorea auf dauerhafte Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Die Bundesregierung hatte dem Land daher im April zugesagt, Rindfleisch aus dem BSE-Aufkaufprogramm zu schenken. Die Aktion hatte von Beginn an mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie wurde von Hilfsorganisationen als "ungeeignet" kritisiert. Dann hatte die Bundesregierung Mühe, das Fleisch zusammenzubekommen. Zu wenige Bauern beteiligten sich am BSE-Schlachtprogramm.

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