Politik : Nordkorea greift US-Minister Rumsfeld an

„Verzweifelter Schrei eines Psychopathen auf seinemTotenbett“

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Seoul (dpa). Nordkorea hat USVerteidigungsminister Donald Rumsfeld über seine amtlichen Medien als „Psychopathen“ und „politisch ungebildet“ bezeichnet. Rumsfeld sei außerdem ein „typischer dummer Mensch, der sich zum Neokonservatismus bekennt, der weltweit getadelt und verspottet wird“, hieß es in einem am späten Samstagabend veröffentlichten Bericht der Nachrichtenagentur KCNA.

Der Kommentar ist eine Reaktion auf eine Rede Rumsfelds in der vergangenen Woche, in der er sich vor amerikanischen und südkoreanischen Unternehmern negativ über Nordkorea geäußert und den Untergang des kommunistischen Regimes vorausgesagt hatte. Rumsfeld wurde unter anderem mit den Worten zitiert, dass ihm eine nächtliche Satellitenaufnahme zeige, dass Nordkorea fast vollständig im Dunkeln liege, während Südkorea hell erleuchtet sei. „Er (Rumsfeld) erzählte den Unsinn, dass sichergestellt werden müsse, dass die Strahlen der Freiheit die unterdrückten Nordkoreaner erreichen“, hieß es in dem KCNA-Bericht. Rumsfeld wurde unterstellt, davon besessen zu sein, „den Frieden und die Sicherheit in verschiedenen Teilen der Welt willkürlich zu drangsalieren und Kriege zu entfachen“. Seine Ausbrüche seien „ein verzweifelter Schrei eines Psychopathen auf seinem Totenbett“.

Am Samstag hatten US-Präsident George W. Bush und der russische Präsident Wladimir Putin Nordkorea dazu aufgerufen, seinen Verpflichtungen im Rahmen des Vertrages über die Nichtweiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen zu entsprechen. Anders als Bush empfahl Putin aber zugleich Sicherheitsgarantien für Nordkorea. Die Spannungen zwischen dem Land und den USA haben sich in den vergangenen Monaten wegen des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms verschärft. Eine erste Sechserrunde über einen Ausweg aus dem Konflikt war Ende August in Peking ohne eine Annäherung zu Ende gegangen.

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