Politik : Nordkorea: Kim Jong Il will weiter Raketen verkaufen

Nordkorea will weiter Raketen exportieren. Zu Sorgen über die Weiterverbreitung sagte Machthaber Kim Jong Il, die Lieferungen seien "Teil des Handels". "Wenn jemand kaufen will, verkaufen wir", zitierte ihn am Freitag in Seoul der EU-Beauftragte für Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, nach Gesprächen mit dem amtierenden EU-Ratspräsidenten Göran Persson und der EU- Delegation bei deren historischen Besuch in Pjöngjang.

"Das ist eine Antwort, die wir nicht hinnehmen können", sagte Solana. Doch nannte er das Versprechen, mindestens bis 2003 auf Raketentests zu verzichten, ein "großes Zugeständnis". Damit war Kim Jong Il über die Zusagen vom September 1999 hinausgegangen, nur so lange nicht zu testen, wie die - durch den Regierungswechsel in Washington ausgesetzten - Raketengespräche mit den USA liefen.

Nach der Unterrichtung durch den schwedischen Regierungschef Persson in Seoul begrüßte der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung das "ziemlich unerwartete" Moratorium, das "positive Auswirkungen auf den Dialog Nordkoreas mit den USA haben kann". Er hoffe, dass dieser sehr bald wieder aufgenommen werde. Ein besseres Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea hänge eng mit einer Verbesserung der Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA zusammen.

Solana sagte, die USA könnten die laufende Überprüfung ihrer Nordkorea-Politik "sehr schnell" abschließen - möglicherweise Ende Mai oder Juni. Kim Jong Il hatte die Wiederaufnahme des innerkoreanischen Dialogs vom Ergebnis dieser Überprüfung durch die neue US-Regierung von Präsident George W. Bush abhängig gemacht. Die EU schickt am Wochenende Repräsentanten nach Washington und Tokio, um die Regierungen über die Gespräche in Pjöngjang zu unterrichten.

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