Politik : Nordkorea schlägt Südkorea neue Familientreffen vor

Seoul - Nach monatelangen Spannungen zwischen den beiden koreanischen Staaten sendet Nordkorea Signale der Entspannung an Südkorea. Das kommunistische Regime kündigte an, in humanitären Angelegenheiten wieder enger mit dem Süden zusammenarbeiten zu wollen. So schlug der nordkoreanische Rote-Kreuz-Verband neue Treffen von Familienangehörigen vor, die seit Jahrzehnten getrennt voneinander leben. Der Verband in Südkorea bestätigte, dass der Vorschlag eingegangen sei. Man werde ihn in Beratungen mit der Regierung wohlwollend prüfen. „Bisher ist nichts entschieden“, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap das Vereinigungsministerium. Die bisher letzten dieser zeitlich begrenzten Familienzusammenführungen wurden vor etwa einem Jahr am Kumgang-Gebirge organisiert. Zuvor war das Programm zwei Jahre lang unterbrochen. Durch die Teilung der koreanischen Halbinsel 1945 und den Koreakrieg von 1950 bis 1953 wurden Millionen Familien getrennt.

Die Spannungen zwischen den Ländern hatten sich seit der Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März wieder deutlich verschärft. Südkorea macht das kommunistische Nachbarland für den Tod von 46 Soldaten verantwortlich, Nordkorea bestreitet eine Verwicklung. In diesem Monat hatte Nordkorea bereits ein Hilfsangebot des Südens zur Bewältigung von schweren Überschwemmungen angenommen und Reis, Zement und Baugeräte gewünscht. Eine Einigung zwischen beiden Seiten steht noch aus. dpa

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