Nordkorea : Spekulationen über Kim Jong Ils Gesundheitszustand

Rätselraten um Kim Jong Ils Gesundheitszustand. Schüttelkrämpfe, wiederkehrende Ohnmachtsanfälle, Herzschwäche, Diabetes und Schlaganfall, lauten die Berichte. Selbst Nordkoreas engster Verbündeter China zweifelt daran, dass der Regierungschef das Zepter noch lange in der Hand halten kann.

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il hat vermutlich einen Schlaganfall erlitten. -Foto: AFP

SeoulDas wahre Ausmaß der Erkrankung des nordkoreanischen Militärmachthabers Kim Jong Il ist nach Medienberichten weiter unklar. Nach einem Mitte August erlittenen Schlaganfall sei der 66- jährige Kim zwar auf dem Weg der Besserung, habe aber nach wie vor Probleme, seine Gliedmaßen zu koordinieren, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag unter Berufung auf chinesische Informanten. Chinesische Militärärzte hätten Kim nach dem Hirnschlag operiert.

Kim habe seit April immer wieder kurzzeitig das Bewusstsein verloren und sei nicht in der Lage, wichtige Entscheidungen zu treffen, schrieb das Blatt "Mainichi Shimbun" am Sonntag unter Berufung auf chinesische Regierungskreise. Außerdem habe der "Geliebte Führer" Nordkoreas im vergangenen Jahr mit Herz- und Nierenproblemen zu kämpfen gehabt.

Die Nachfolge in Nordkorea gilt als ungelöst

Nordkorea bemühte sich unterdessen, den Regierungschef als handlungsfähig darzustellen. Die staatliche Nachrichtenagentur berichtete am Sonntag, dass Kim Geburtstagsgrüße an Russlands Präsident Dmitri Medwedew gesendet habe. Allerdings hat die Agentur seit Mitte August keine öffentlichen Auftritte des Staatschefs mehr gemeldet. Seine Abwesenheit von den offiziellen Feiern zum 60. Gründungstag des kommunistischen Staates am vergangenen Dienstag hatte die Spekulationen um seinen Gesundheitszustand verstärkt.

Der südkoreanische Geheimdienst hatte bestätigt, dass Kim, der auch an einer Herzschwäche und Diabetes leiden soll, sich gegenwärtig von den Folgen eines Schlaganfalls erhole. Die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" hatte am Freitag berichtet, dass Kim nach chinesischen Informationen unter Schüttelkrämpfen leide. Vertreter chinesischer Geheimdienste hätten Zweifel an der langfristigen Regierungsfähigkeit Kims geäußert. Nordkorea hatte zuvor die Spekulationen um eine schwere Krankheit des Herrschers zurückgewiesen.

Kim steht seit dem Tod seines Vaters, des "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung, im Juli 1994 an der Spitze des Staates. Die Frage der Nachfolge in Nordkorea gilt als ungelöst. (nis/dpa/AFP)

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