Update

Nordkorea : UN-Sicherheitsrat verurteilt Atomtest

Auch der UN-Sicherheitsrat hat den Atomtest Nordkoreas verurteilt und "angemessene Maßnahmen" angekündigt.

Im südkoreanischen Fernsehen läuft die Meldung zu dem Atomtest über den Ticker.
Im südkoreanischen Fernsehen läuft die Meldung zu dem Atomtest über den Ticker.Foto: AFP

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den jüngsten Atomtest Nordkoreas als schwerwiegende Verletzung der bestehenden Resolutionen verurteilt. Der Sicherheitsrat werde als Antwort auf das Vorgehen des kommunistischen Regimes unverzüglich mit der Ausarbeitung “angemessener Maßnahmen“ beginnen, erklärte der Vorsitzende des höchsten UN-Gremiums, Südkoreas Außenminister Kim Sung Hwan, nach einer Dringlichkeitssitzung am Dienstag in New York. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, sagte, die USA und ihre Verbündeten strebten an, die Sanktionen gegen Nordkorea weiter zu verschärfen.
Zuvor bezeichnete US-Präsident Barack Obama den Test als starke Provokation. Nordkoreas Atomprogramm sei eine Gefahr für den Weltfrieden. China forderte Nordkorea auf, sich an die Abmachung zu halten, auf Atomtechnik zu verzichten. Zugleich rief die Führung in Peking alle Betroffenen auf, besonnen zu bleiben und die Probleme im Dialog zu lösen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte den Test eine “deutliche und ernsthafte Verletzung“ der UN-Resolutionen.

Auch der Nato-Rat hat den Atomtest Nordkoreas scharf verurteilt. „Dieser unverantwortliche Akt stellt gemeinsam mit dem Raketenstart vom Dezember eine ernste Bedrohung des internationalen Friedens, der Sicherheit und der Stabilität dar“, heißt es in einer am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Erklärung des Gremiums der 28 Nato-Regierungen. Nordkorea verstoße weiterhin gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. Der Nato-Rat forderte die Regierung Nordkoreas auf, „unverzüglich solche provozierenden Handlungen einzustellen“ und die UN-Resolutionen zu respektieren.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat weitere internationale Sanktionen gegen Nordkorea verlangt. Westerwelle sprach von einem „eklatanten Verstoß“ gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Die internationale Gemeinschaft müsse nun zu einer „klaren Haltung“ finden. „Auch weitere Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang müssen jetzt ins Auge gefasst werden.“ Westerwelle kündigte in einer über das Auswärtige Amt verbreiteten Erklärung an, dass sich auch die EU-Außenminister bei ihrem nächsten Treffen am kommenden Montag mit dem Thema befassen werden. Der UN-Sicherheitsrat wollte bereits am Dienstag in New York zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

Das kommunistische Land hat am Dienstag nach eigenen Angaben einen weiteren Atomtest unternommen. Der dritter Nukleartest sei erfolgreich durchgeführt worden, berichteten die Staatsmedien.
Ein Sprecher des Südkoreanischen Verteidigungsministeriums bestätigte in Seoul, dass im Nordosten Nordkoreas Erdstöße registriert worden seien, die auf einen unterirdischen Nukleartest hinwiesen. Südkorea und Japan beriefen ihre nationalen Sicherheitsräte ein.
Der Atomtest dürfte eine Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen TNT gehabt haben, sagte der Ministeriumssprecher in Seoul. Die Bombe, die 1945 über Hiroshima gezündet wurde, hatte ein Sprengkraft vorn 13 bis 16 Kilotonnen.
Nach südkoreanischen Angaben erreichte das „künstliche“ Beben in Nordkorea um etwa 12.00 Uhr Ortszeit (4.00 MEZ) eine Stärke von 4,9. Auch die US-Erdbebenwarte berichtete von einem solchen Beben. In dem Gebiet befindet sich das Atomtestgelände, auf dem Nordkorea bereits 2006 und 2009 unterirdisch nukleare Sprengladungen gezündet hatte.
Die UN-Behörde zur Überwachung des internationalen Kernwaffenteststopp-Abkommens (CTBTO) berichtete ebenfalls von ungewöhnlichen Erdstößen in Nordkorea. „Wir haben ein ungewöhnliches seismisches Ereignis in Nordkorea gemessen“, teilte CTBTO-Sprecherin Annika Thunborg am Dienstagmorgen in Wien mit. Die Bezeichnung „ungewöhnliches seismisches Ereignis“ wird für möglicherweise von Menschen verursachte Erdstöße verwendet.

Nordkorea zeigt seine Waffen
18. Juli 2012: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist in den Rang eines Marschalls erhoben worden - damit ist er von nun an oberster Befehlshaber der Armee.Weitere Bilder anzeigen
1 von 31
15.04.2012 20:1318. Juli 2012: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist in den Rang eines Marschalls erhoben worden - damit ist er von nun an...


„Das Ereignis zeigt eine klar explosionstypische Charakteristik und es lag annähernd deckungsgleich mit den Atomtests der DPRK (Nordkorea) von 2006 und 2009“, sagte Tibor Toth, Leiter der CTBTO.
Südkorea und die USA hatten dem kommunistischen Land für den Fall eines dritten Tests schwerwiegende Konsequenzen angedroht. Unter anderem wird eine weitere Verschärfung der UN-Sanktionen gegen das weitgehend isolierte Land wird nicht ausgeschlossen.

Nordkorea hatte einen neuen Atomtest und weitere Raketentests im Januar aus Protest gegen die Ausweitung von UN-Sanktionen angekündigt. Ein Zeitrahmen dafür war aber nicht genannt worden. Der Weltsicherheitsrat hatte mit den verschärften Sanktionen auf einen nordkoreanischen Raketenstart im Dezember reagiert. (dpa, Reuters)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

27 Kommentare

Neuester Kommentar