Nordkorea : US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt

Mitte März wurden sie bei Filmarbeiten am Grenzfluss zwischen China und Nordkorea festgenommen. Nun hat ein Gericht zwei US-Journalistinnen wegen schwerer Verbrechen gegen Nordkorea und illegalen Grenzübertritts zu "zwölf Jahren Umerziehung durch Arbeit" verurteilt.

PjöngjangEin Gericht in Nordkorea hat nach Medienberichten zwei US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt, die vor zweieinhalb Monaten an der Grenze zu China festgenommen wurden.

Beim fünftägigen Prozess vor dem Zentralgerichtshof in Pjöngjang seien die "schweren Verbrechen" der beiden Frauen gegen den Staat und ihr illegaler Grenzübertritt bestätigt worden, hieß es in einem Bericht der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA.

Jede von ihnen sei zu zwölf Jahren Umerziehung durch Arbeit verurteilt worden. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die koreanischstämmige Journalistin Euna Lee und ihre chinesischstämmigen Kollegin Laura Ling waren am 17. März bei Recherchen zu nordkoreanischen Flüchtlingen an der Grenze zu China festgenommen worden.

Nordkorea warf den beiden Journalistinnen vor, auf illegalem Weg und in feindlicher Absicht in das Land eingedrungen zu sein.

Südkoreanischen Medien zufolge hatten sie dagegen auf der chinesischen Seite gefilmt, als sie von nordkoreanischen Grenzschützern festgenommen worden seien. 

Der Fall hat hinsichtlich der erhöhten Spannungen in der Region international große Aufmerksamkeit erregt. Beobachter spekulierten, dass das kommunistische Regime in Pjöngjang die beiden Frauen als Druckmittel bei möglichen Verhandlungen mit Washington benutzen könnte.

Das Urteil droht, den internationalen Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm weiter zu verschärfen. Die USA debattieren zurzeit noch mit den anderen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats über eine Resolution nach den umstrittenen Atomtest in Nordkorea vom 25. Mai. Washington unterhält zu Pjöngjang keine formalen diplomatischen Beziehungen.

ZEIT ONLINE, sh, dpa, Reuters

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