• Nordkorea weist Südkoreas Stromangebot zurück Noch kein Durchbruch bei Verhandlungen um Atomprogramm

Politik : Nordkorea weist Südkoreas Stromangebot zurück Noch kein Durchbruch bei Verhandlungen um Atomprogramm

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Peking Bei den Sechsergesprächen über das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm hat Gastgeber China am fünften Verhandlungstag den Entwurf für eine gemeinsame Erklärung vorgelegt. Dabei gehe es um Prinzipien zur Beendigung des Atomkonflikts, verlautete am Samstag aus Konferenzkreisen in Peking. „Wir werden darüber diskutieren, womit wir beginnen – den leichtesten Fragen, auf die wir uns einigen oder den schwierigen Fragen, die wir ohnehin angehen müssen,“ sagte der südkoreanische Delegationschef Song Min Soon.

An den Verhandlungen sind neben China, den USA und den beiden koreanischen Staaten auch Russland und Japan beteiligt. Der amerikanische Chefunterhändler Christopher Hill bezweifelte, dass die Beratungen am Wochenende abgeschlossen werden könnten. „Wir werden viel über den Text diskutieren und wir werden sehen, ob wir zu einer Übereinkunft unter den sechs (Teilnehmerländern) kommen“, erklärte Hill vor einem erneuten Treffen mit seinem nordkoreanischen Gegenüber Kim Kye Gwan.

Bei den drei vorangegangenen Verhandlungsrunden war eine solche gemeinsame Erklärung wegen der großen Differenzen zwischen den USA und Nordkora nicht zu Stande gekommen. Es hatte zum Abschluss des dritten Treffens im Juni 2004 lediglich eine „Erklärung des Vorsitzenden“ gegeben, in dem Fall Chinas. Als Erfolg der Gespräche gilt allerdings die Tatsache, dass Vertreter Nordkoreas und der USA entgegen früherer Verhandlungsrunden diesmal auch in bilateralen Gesprächen verhandeln. Der Konflikt hatte sich im Februar verschärft, weil das kommunistische Nordkorea erklärt hatte, Atomwaffen zu besitzen.

Einen Durchbruch gab es auch bei der laufenden vierten Sechserrunde bisher nicht. Die nordkoreanische Seite bekräftigte aber, dass Pjöngjangs Ziel eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel sei. Den ersten Schritt zu unternehmen, wie dies die USA verlangen, lehnt das kommunistische Land jedoch ab. Für einen Abbau seines Atomprogramms verlangt Nordkorea Gegenleistungen wie Energiehilfe, Sicherheitsgarantien und andere Konzessionen von den USA. Nach einem südkoreanischen Zeitungsbericht gibt sich Nordkorea auch mit einem Vorschlag Südkoreas nicht zufrieden, bei einem Verzicht auf das Atomprogramm jährlich zwei Millionen Kilowattstunden Strom aus dem südlichen Nachbarland zu erhalten. Pjöngjang habe deutlich gemacht, dass diese Leistung nur der Preis für ein „Einfrieren“ der Atompläne sein könne, zitierte die „JoongAng Ilbo“ einen Regierungsbeamten in Seoul. Südkorea müsse zusätzlich dafür sorgen, den Bau von zwei Leichtwasserreaktoren zur Energieversorgung im Land fertig zu stellen, hieß es. Das von einem internationalen Konsortium angefangene Reaktorprojekt liegt wegen des Atomstreits auf Eis. dpa

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