Politik : Nordkorea will seine Raketentests zurückstellen

Nordkorea geht offenbar auf Entspannungskurs. Nach mehrtägigen Gesprächen mit US-Diplomaten in Berlin sagten Abgesandte des kommunistischen Landes nach westlichen Angaben zu, Pläne für weitere Tests von ballistischen Raketen zurückzustellen. Am Montag erklärte sich Nordkorea nach Darstellung des staatlichen Rundfunks zudem bereit, den Dialog mit Südkorea wieder aufzunehmen. Die USA kündigten in einer ersten Reaktion die Lockerung ihrer Sanktionen gegen Nordkorea an. Japan begrüßte die Zusage Pjöngjangs zurückhaltend.

In Berlin hatten die Nordkoreaner demnach zugesagt, eine "positive, besseren bilateralen Beziehungen (mit den USA) sowie Frieden und Sicherheit in Nordost-Asien und der asiatisch-pazifischen Region förderliche Atmosphäre" zu bewahren. US-Sicherheitsberater Sandy Berger sprach in Auckland die Erwartung aus, dass Pjöngjang "für die Dauer unserer Verhandlungen über die Verbesserung der Beziehungen" keine Langstrecken-Raketen testen werde.

Am Rande des Apec-Treffens nannte Berger nach Meldungen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo Nordkoreas neue Haltung einen "wichtigen ersten Schritt". US-Sanktionen bei Handel, Dienstleistungen und Investitionen sollten in Kürze gelockert werden. Ausnahmen für militärisch nutzbare Güter blieben jedoch bestehen.

Der japanische Ministerpräsident Keizo Obuchi begrüßte die Zusage. Er sagte aber auch, Japan sehe darin noch kein "definitives Einfrieren" der Raketentests. Sollte Nordkorea fest zu der Entscheidung stehen, das Raketenprogramm einzufrieren, wäre auch Japan bereit, eine Lockerung der verhängten Maßnahmen zu erwägen. Nordkorea hatte im August 1998 eine Mittelstreckenrakete getestet, die auch Japan überflog. Daraufhin hatte Tokio unter anderem seine Nahrungsmittelhilfe für das von Hunger heimgesuchte Nordkorea ausgesetzt. Das Gesprächssignal an den Süden kam am Montag in einem Kommentar des staatlichen nordkoreanischen Rundfunks. Darin hieß es, Pjöngjang wolle mit dem Süden nicht nur auf Regierungs-, sondern auch auf privater Ebene einen Dialog führen.

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