Politik : Nordkoreaner helfen dem Iran beim Sprengkopfbau

Wien Iran/Atom/IAEA/
(Berichtigung: Name des Spreches des Widerstandsrats):
Widerstandsrat: Nordkoreaner helfen dem Iran beim Sprengkopfbau =

Wien (dpa) - Nordkoreanische Experten helfen dem Iran angeblich bei der Entwicklung von atomaren Raketensprengköpfen. "Dutzende" Wissenschaftler aus dem asiatischen Land kämen regelmäßig - zum Teil für mehrere Monate - in den Iran, um Teheran bei der Entwicklung seiner Mittelstreckenrakete Shahab-3 und den passenden Sprengköpfen zu unterstützen, sagte der Sprecher des Nationalen Iranischen Widerstandsrates NWRI, Ali Safavi, am Dienstag in Wien. Der Nationale Widerstandsrat hatte vor sechs Jahren die Existenz der iranischen Atomanlagen bei Natans und Arak international bekannt gemacht.

Nach Informationen der iranischen Opposition im Exil haben Informanten der Organisation bei Khodschir nahe Teheran einen bisher geheim gehaltenen Komplex mit unterirdischen Anlagen aufgedeckt, wo mehrere Scheinfirmen und iranische Experten mit der Beschaffung von Raketen- und Sprengkopf-Technologie beschäftigt sein sollen. Unter der Anlage befinde sich ein ausgedehntes System mit einem 1000 Meter langen und zwölf Meter breiten Tunnel. Die vom NWRI vorgelegten Informationen enthalten die Namen von zwölf iranischen Experten, darunter prominente Militärs, die für die verschiedenen Tarnfirmen arbeiteten.

Safavi forderte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA auf, den Hinweisen des Widerstandsrats nachzugehen. Der Generaldirektor der IAEA, Mohammed el Baradei, hatte erst am Montag in Wien erneut erklärt, Inspekteuren seiner Behörden sei es bisher nicht gelungen, Vorwürfe zu entkräften, wonach Teheran ein militärisches Atomprogramm verfolge. Der iranische UN-Botschafter in Wien, Ali Asghar Soltanieh, wies die Kritik El Baradeis zurück, Teheran kooperiere nicht ausreichend bei der Aufklärung seines Atomprogramms.

NWRI-Sprecher Safavi konnte nicht sagen, ob sich auf dem Gelände von Khodschir auch spaltbares Material befinde. Dies, so Safavi, ließe sich jedoch verifizieren, wenn IAEA-Inspekteure das Gelände durchsuchen würden. Die IAEA ist allerdings nach dem geltenden Sicherheitsabkommen mit Teheran nicht berechtigt, Anlagen zu untersuchen, die von der Regierung in Teheran nicht ausdrücklich als Atomanlagen deklariert sind.

(Berichtigung: Der Nachname des Sprechers muss richtig heißen: Safavi rpt Safavi - nicht: Safari)

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