Politik : Nordost-CDU: Keiner will nach oben

Andreas Frost

Schwerin - Aus Sicht der CDU in Mecklenburg-Vorpommern plagen sich die Parteifreunde in Baden-Württemberg gerade mit Luxusproblemen. Während dort schon zwei Kandidaten ihren Anspruch auf die Nachfolge von CDU-Vormann Erwin Teufel angemeldet haben, drängelt sich in Schwerin keiner, in die Fußstapfen von Eckhardt Rehberg zu treten. Der umstrittene CDU-Landesvorsitzende und Chef der Landtagsopposition hatte bereits vor einem Jahr für 2005 seinen Rückzug von allen Spitzenämtern angekündigt. Nun soll eine vom Landesvorstand eingesetzte vierköpfige Kommission einen Nachfolger finden. Nach einem Beschluss des Landesvorstandes vom Wochenende muss der Landesvorsitzende nicht automatisch auch Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2006 sein.

Wo die von Ex-Ministerpräsident Alfred Gomolka geleitete Kommission suchen wird, bleibt vorerst ihr Geheimnis. Obwohl die CDU seit sechs Jahren die Chance hatte, sich als Opposition zu Deutschlands erster rot-roter Landesregierung in Szene zu setzen, hat es kein christdemokratischer Landespolitiker geschafft, sich für höhere Ämter zu empfehlen. Der CDU-Chef hat seit langem Gegner in Partei und Fraktion gegen sich aufgebracht. Als mögliche Rehberg-Nachfolger gelten die Vize-Landesvorsitzende Karin Strenz, Ex-Bundesforschungsminister Paul Krüger und Ex-Landesinnenminister Jürgen Seidel. Ob einer von ihnen die SPD 2006 ernsthaft herausfordern könnte, gilt als zweifelhaft. Gut möglich ist, dass die Findungskommission auch außerhalb des Bundeslandes suchen wird.

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